Aufgespießt

Wie stoffelig darf ein Bundeskanzler sein?

Olaf Scholz brüskiert Journalisten auf Pressekonferenz – vor versammelter Weltöffentlichkeit

Von Axel Ehrlich Aktualisiert: 29.06.2022, 13:23
Olaf Scholz stapft missmutig durch das hohe Gras von Elmau von dannen.
Olaf Scholz stapft missmutig durch das hohe Gras von Elmau von dannen. AFP

Stellen Sie sich bitte mal folgende Situation vor. Sie fragen beim Bäcker höflich etwas wie: Könnten Sie mir fünf Brötchen einpacken – und noch ein halbes Mischbrot? Jetzt antwortet die Verkäuferin: Ja, könnte ich. Verharrt allerdings tatenlos und setzt nach: Wir schließen übrigens in genau diesem Moment . Grinst – und lässt ihre Kunden stehen.

Gehässigkeit? Arroganz? Bocklos? Stillos?

Exakt diese Situation gab es soeben wirklich. Nicht in irgendeiner Bäckerei. Da würde Derartiges vermutlich nie passieren. Sondern unter den Augen der Weltöffentlichkeit. Auf der Abschlusskonferenz beim G7-Gipfel im bayerischen Elmau.

Die Rolle der unverschämt-lustlosen Bäckereifachkraft wird gespielt von Bundeskanzler Olaf Scholz. Eine Journalistin stellt, das ist ihr Job, folgende Frage: „Die G7 bekannten sich sehr ausdrücklich zu den Sicherheitsgarantien für die Ukraine auch nach dem Krieg. Könnten Sie konkretisieren, welche Sicherheitsgarantien das sind?“

Was antwortet der Bundeskanzler? „Ja, könnt ich.“ Er grinst, schiebt nach: „Das wars.“ Tritt kommentarlos ab und lässt die Fragestellerin und alle ihre Kollegen einfach stehen.

Das war, sorry, Herr Bundeskanzler, unterstes Niveau, schlechte Kinderstube. Hier kann wahrscheinlich nur Mama Scholz helfen.

Bei der Vereidigung ihres Sohnes im vergangenen Jahr war Mutter Christel zu Recht und sichtbar stolz auf Olaf. Nach der aktuellen Episode sollte sie ihm aber mal ordentlich und nachhaltig die Ohren langziehen. Eins ist nämlich sicher: Gegen Mamas Machtwort haben auch kleine, stoffelige Bundeskanzler keine Chance.