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Organisierte Kriminalität Auftragsmord vor sieben Jahren? Angeklagte schweigen

Ein Mann wird nahe dem Berliner Alexanderplatz erstochen. Internationale Ermittlungen führen Jahre später zu Festnahmen. Die Tat soll im Zusammenhang mit organisierter Kriminalität stehen.

Von dpa 24.02.2026, 14:23
In einem Prozess um einen mutmaßlichen Auftragsmord vor rund sieben müssen sich drei Männer verantworten. (Foto Illustration)
In einem Prozess um einen mutmaßlichen Auftragsmord vor rund sieben müssen sich drei Männer verantworten. (Foto Illustration) Jens Kalaene/dpa

Berlin - Rund sieben Jahre nach einem mutmaßlichen Auftragsmord nahe dem Berliner Alexanderplatz haben die drei Angeklagten zu Prozessbeginn geschwiegen. Ihnen wird heimtückischer Mord an einem 26-Jährigen beziehungsweise Anstiftung dazu zur Last gelegt. Die Tat soll im Zusammenhang mit organisierter Kriminalität stehen. Die Verteidiger erklärten vor dem Berliner Landgericht, ihre Mandanten würden sich zunächst nicht zu den Vorwürfen äußern. 

Ein 58 Jahre alter Angeklagter soll am Abend des 18. März 2019 in Berlin-Mitte das 26-jährige Opfer mit Messerstichen getötet haben. Den Auftrag soll ein 44-jähriger Geschäftsmann erteilt haben. Er habe sich an seinen „Vertrauten und Mann fürs Grobe“ gewandt, so die Anklage. Dieser ebenfalls 58-Jährige soll seine Kontakte zur organisierten Kriminalität in Moldau genutzt und den mutmaßlichen Killer angeheuert haben. Hintergrund der Tat seien angebliche Geldschulden des 44-Jährigen beim Vater des Opfers gewesen.

Anklage: 1.000 Euro als „erste Entlohnung“

Bei den Angeklagten handelt es sich um einen in Russland geborenen Deutschen, ein 58-Jähriger habe die moldauische und rumänische Staatsangehörigkeit, der andere 58-Jährige stamme aus Moldau. Dieser Mann soll für die Tat nach Deutschland eingereist und danach sofort nach Moldau zurückgereist sein. Als „erste Entlohnung“ habe er 1.000 Euro erhalten.

Laut Anklage soll der 44-Jährige den Auftrag zur Tötung erteilt haben, weil er einerseits den Vater des 26-Jährigen für Versuche, angebliche Schulden einzufordern, „bestrafen und ihm deutlich machen wollte, dass er seine Forderungen in Höhe von über 80.000 Euro zu unterlassen habe“. Aus Sicht des 44-Jährigen sei es eine unberechtigte Forderung gewesen. 

Tödlicher Stich ins Herz

Der den Angaben zufolge in Litauen geborene und in Deutschland aufgewachsene 26-Jährige kam von der Arbeit, als er attackiert wurde. Einer der beiden Stiche traf ins Herz. Der junge Mann starb noch am Tatort. 

Im Juni 2023 ergingen Haftbefehle gegen die identifizierten Tatverdächtigen. Zwei Jahre später nahmen Einsatzkräfte der lettischen und rumänischen Polizei im Auftrag der Berliner Staatsanwaltschaft die Angeklagten fest. Die jahrelangen Ermittlungen wurden Angaben zufolge von Europol unterstützt. Für den Prozess sind bislang 23 weitere Tage bis zum 4. Juni terminiert.