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Agrar Bauernverband warnt vor steigenden Kosten für Betriebe

Steigende Kosten setzen landwirtschaftliche Betriebe laut Bauernverband Sachsen-Anhalt unter Druck. Welche Folgen drohen, wenn sich die Rahmenbedingungen nicht verbessern?

Von dpa 14.01.2026, 12:42
Der Bauernverband Sachsen-Anhalt warnt vor steigenden Kosten in der Landwirtschaft und fordert mehr Planungssicherheit (Archivbild)
Der Bauernverband Sachsen-Anhalt warnt vor steigenden Kosten in der Landwirtschaft und fordert mehr Planungssicherheit (Archivbild) Jan Woitas/dpa

Magdeburg - Der Bauernverband Sachsen-Anhalt sieht viele landwirtschaftliche Betriebe im Land wirtschaftlich zunehmend unter Druck. Hohe Betriebsmittelkosten, steigende Löhne und höhere Finanzierungskosten belasteten die Unternehmen erheblich, erklärte der Verband bei seiner Jahresauftakt-Pressekonferenz in Magdeburg.

Hauptgeschäftsführer Marcus Rothbart sprach von einer „wirklich angespannten wirtschaftlichen Situation auf den Betrieben“. Betroffen seien zahlreiche Produktbereiche - vom Getreide über den Rüben- und Kartoffelmarkt bis hin zur Tierhaltung. Schweine- und Milchpreise seien zuletzt aufgrund internationaler Konkurrenz deutlich gesunken.

Druck auf Investitionen - Gefahr für Versorgungssicherheit

Verbandspräsident Olaf Feuerborn, zugleich CDU-Landtagsabgeordneter, forderte deshalb mehr Planungssicherheit und wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen. „Entscheidend ist, dass sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für unsere Betriebe positiv entwickeln.“ Steigende Kosten setzten Investitionen und Betriebsnachfolge unter Druck - und damit langfristig auch die Versorgungssicherheit. Politische Entscheidungen müssten deshalb die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Produktion stärken, hieß es.

Mit Blick auf die Debatte um den Mindestlohn mahnte Feuerborn, hier müsse man an die Politik appellieren, immer mit Augenmaß vorzugehen. Die Betriebe bräuchten verlässliche Einnahmen, um zusätzliche Kosten überhaupt auffangen zu können.

Der Bauernverband begrüßte, dass die Bundesregierung die Agrarpolitik im vergangenen Jahr neu ausgerichtet habe. Positiv bewertet wurden unter anderem die Weiterführung des Agrardiesels sowie die Abschaffung der Stoffstrombilanz. Gleichzeitig bleibe der finanzielle Spielraum der Betriebe jedoch eng, und der Abbau von Bürokratie komme nur schleppend voran.

Teure Mittel, wenig Spielraum

Nach Angaben des Verbandes belasten vor allem hohe Preise für Dünger, Pflanzenschutzmittel, Saatgut und Futtermittel die Betriebe. Auch die Energiepreise wirkten sich auf sämtliche Arbeitsschritte aus, während zugleich die Lohnkosten stiegen. Viele dieser Ausgaben seien kurzfristig kaum beeinflussbar. Das bremse Investitionen und erhöhe die wirtschaftlichen Risiken.

Weitere Themen der Pressekonferenz waren die Lage der Tierhaltung, aktuelle Entwicklungen bei Pflanzenschutz und Düngung, der Umgang mit dem Wolf sowie der anstehende Generationswechsel in der Landwirtschaft.