Fußball-Bundesliga Baumgart ein Vulkan an der Linie? „Bin sehr zurückhaltend“
Der Union-Trainer findet sich selbst gar nicht so explosiv. Am Freitag geht es gegen einen Coach, dem ein ähnlicher Ruf vorauseilt.

Berlin - Union-Coach Steffen Baumgart findet seinen Ruf als emotionaler Trainer an der Seitenlinie übertrieben. „Ich bin sehr ruhig, ich bin sehr zurückhaltend. Wenn ich wirklich explodieren würde, sieht es noch ganz anders aus. Das habt ihr noch gar nicht erlebt“, sagte der 54-Jährige vor dem Bundesligaspiel der Berliner gegen Eintracht Frankfurt am Freitagabend (20.30 Uhr/Sky).
Er konzentriere sich fast nur auf seine Mannschaft, aber noch etwas zu oft auch auf den Schiedsrichter, räumte Baumgart ein. „Aber auch da bin ich mir relativ sicher, dass ich auf einem sehr, sehr guten Weg bin“, sagte er. Bei den zuletzt strauchelnden Hessen ist es das erste Pflichtspiel unter dem neuen Cheftrainer Albert Riera, der ebenfalls als leidenschaftlicher Vertreter der Berufsgruppe gilt.
Ausgerechnet gegen die Hessen scheint Baumgarts Emotionalität als Union-Trainer aber intensiver zum Vorschein zu kommen. „Einen Tag später war ich immer gesperrt, einmal mit Rot, einmal mit der Gelben Karte“, sagte der Coach.
Flutlicht und Freitag liegen Union
Die Berliner warten in diesem Jahr noch auf einen Sieg und wollen den aktuell noch komfortablen Vorsprung auf die Abstiegsregion halten oder ausbauen. Ein gutes Omen gibt es: Union hat keines seiner letzten zehn Bundesliga-Heimspiele an einem Freitagabend verloren (acht Siege, zwei Unentschieden). „Jeder kennt die Uhrzeit, jeder kennt den Tag. Also wir würden schon gerne in unserem Lauf bleiben“, sagte Baumgart.
Die Hessen erwartet er fußballerisch nicht grundlegend verändert unter Riera. „Frankfurt ist immer eine Ballbesitzmannschaft gewesen, die sehr viel über Kombinationsspiel kommt, und das sehen wir auch an den geschossenen Toren bei ihnen“, erklärte der 54-Jährige. Das ähnele dem Fußball, den der Spanier an seinen vorherigen Stationen habe spielen lassen. Bei Union soll Stanley N’Soki den verletzten Diogo Leite in der Innenverteidigung ersetzen.