Berlin-Mitte Bei Demo: Polizist soll Frau ins Gesicht geschlagen haben
Bei der Auflösung einer nicht angemeldeten palästinensischen Kundgebung soll ein Berliner Polizist eine Frau geschlagen haben. Die Polizei untersucht den Vorfall.

Berlin - Ein Polizist soll bei einer propalästinensischen Kundgebung in Berlin-Mitte einer Frau mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben - nun untersucht die Polizei den Vorfall, den Internetvideos dokumentieren sollen.
Die Berliner Polizei bestätigte am Samstag, solche Aufnahmen zu kennen. Der betreffende Beamte sei identifiziert, der Vorfall werde geprüft, sagte ein Sprecher. Ein Ermittlungsverfahren gegen den Beamten wurde zunächst nicht eingeleitet. Es werde noch geprüft, „ob das Verhalten verhältnismäßig war“.
Die geschlagene Frau wurde demnach von der Berliner Feuerwehr behandelt, wegen unbekannter Verletzungen. Der „Tagesspiegel“ berichtet, sie habe auch einen Armbruch. Gegen sie werde wegen Beleidigung und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte ermittelt, hieß es weiter.
„Unerlaubte Ansammlung“
Laut Polizei hatten mehrere hundert Einsatzkräfte am Donnerstagabend eine unerlaubte „Ansammlung im Kontext des Nahostkonfliktes“ in der Nähe des Hackeschen Marktes aufgelöst. Auf einem Video ist zu sehen, wie eine Frau die Beamten verbal attackiert. Ein Polizist schlägt ihr mit der Faust ins Gesicht, sie scheint danach zu bluten. Ob er sie gezielt geschlagen hat, ist nicht erkennbar.
Nach Angaben der Polizei bewegten sich rund 100 Personen zwischen Rosenthaler Platz und Hackeschem Markt „hin und her“. Einzelne hätten sich gegenüber Einsatzkräften aggressiv verhalten. Da keine Versammlungsleitung zu erkennen war, sei die Menschenansammlung aufgelöst worden.
Fast 100 Strafverfahren
94 Personen setzte die Polizei nach einer am Freitag veröffentlichten Bilanz vorläufig fest. Sie leitete 96 Ermittlungsverfahren ein, unter anderem wegen des Verdachts des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger und terroristischer Organisationen, des tätlichen Angriffes auf und des Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte. Verfahren gibt es auch wegen Beleidigung, Körperverletzung sowie wegen des Verdachts des unerlaubten Aufenthaltes.