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3. LigaBereit für das Sachsen-Derby: Aue gewinnt in Halle

Erzgebirge Aue gelingt in Überzahl und aufgrund einer besseren zweiten Halbzeit ein Erfolg in Halle. Allerdings verletzt sich Innenverteidiger Niko Vukancic wohl schwerer.

Von dpa Aktualisiert: 11.02.2024, 15:57
Aues Marvin Stefaniak spielt den Ball.
Aues Marvin Stefaniak spielt den Ball. Robert Michael/dpa

Halle - Der FC Erzgebirge Aue hat erstmals seit fast vier Jahrzehnten beim Halleschen FC gewonnen und geht mit viel Selbstvertrauen ins Sachsen-Derby. Das Team von Trainer Pavel Dotchev setzte sich am Sonntag in einem ereignisreichen Spiel mit 3:2 (2:2) beim HFC durch, zuletzt war ein Pflichtspielerfolg an der Saale im März 1988 gelungen. Am Sonntag empfängt Aue Aufstiegsfavorit Dynamo Dresden zum Derby, liegt selbst sechs Punkte hinter Relegationsrang drei. Der HFC steht mit einem Punkt Vorsprung direkt über der Abstiegszone.

Die seit nunmehr vier Spielen auf einen Sieg wartenden Hallenser gingen durch Dominic Baumann (20. Minute) in Führung, den Ausgleich durch Marco Schikora (38.) drehte Timur Gayret (40.) erneut. Kurz vor der Pause schlug Marcel Bär (44.) für Aue zurück. Nach einer Notbremse an Bär sah HFC-Verteidiger Jannes Vollert (65.) die Rote Karte, Marvin Stefaniak (66.) verwandelte vor 9326 Fans den daraus resultierenden Foulelfmeter.

„Das war ein verrücktes Spiel, wie ich es erwartet habe“, sagte Aues Trainer Pavel Dotchev. Es wäre ein GAU gewesen, wenn man bei den vielen Chancen nicht gewonnen hätte, betonte Dotchev. HFC-Coach Sreto Ristic hatte trotz der Niederlage positive Dinge gesehen. „Wir haben gut nach vorn gespielt, uns Chancen erarbeitet, Tore gemacht. Was wir nicht gemacht haben - und das zählt - ist verteidigen. Das war schlecht“, sagte Ristic.

Für den ersten Aufreger sorgten wie so oft in den vergangenen Wochen die Fans mit ihren Protesten gegen die Investorenpläne der Deutschen Fußball Liga. Nach zwölf Minuten flogen einige Dutzend Tennisbälle aus dem HFC-Block aufs Feld. Als Schiedsrichter Nico Fuchs (Bergisch Gladbach) nach dreiminütiger Unterbrechung wieder anpfeifen wollte, erfolgte die nächste Welle. Fuchs drohte damit, die Teams in die Kabine zu schicken. Nach insgesamt sechseinhalb Minuten ging es weiter.

Der Konzentration von Niko Vukancic hatte die Unterbrechung nicht gut getan. Ein Rückpass des Verteidigers zu Aue-Torwart Martin Männel geriet zu kurz. Baumann ging dazwischen, umkurvte Männel und erzielte sein 13. Saison-Tor. Der Ausgleich von Aue durch einen Kopfball von Schikora kam eher überraschend, denn der HFC hatte das Spiel im Griff.

Nahezu postwendend brachte Gayret die Gastgeber durch einen abgefälschten Freistoß aus 20 Metern erneut in Führung, Männel war chancenlos. Doch die in dieser Saison noch nie ohne Gegentor gebliebene HFC-Abwehr erwies sich erneut als zu anfällig. Nach einer flachen Hereingabe von Kilian Jakob war Jannes Vollert zu unaufmerksam und Bär entwischte dem Verteidiger.

Nach der Pause riss Aue das Spiel zunächst an sich. Omar Sijaric (52.) zwang HFC-Keeper Philipp Schulze mit seinem Versuch aus fünf Metern zu einer Glanztat. Dann musste Aue Pechvogel Vukancic ersetzen, dem mit Verdacht auf Schlüsselbeinbruch eine längere Pause droht. Auch Vollert erwischte einen gebrauchten Tag. Sein Foul an Bär brachte ihm die Rote Karte und den Gästen einen Elfmeter, den Stefaniak souverän verwandelte.