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Nach Betreiberwechsel Beschäftigte in Spielbanken treten in den Ausstand

Warnstreik in Niedersachsens Spielbanken: Wer zocken will, steht womöglich vor verschlossenen Türen. Was die Beschäftigten fordern – und warum Verdi jetzt Druck macht.

Von dpa 10.02.2026, 10:00
Bei den Spielbanken in Niedersachsen könnte am Mittwoch das Roulette ausfallen. (Symbolbild)
Bei den Spielbanken in Niedersachsen könnte am Mittwoch das Roulette ausfallen. (Symbolbild) Ole Spata/dpa

Hannover - Nach der Übernahme der Spielbanken in Niedersachsen durch die Merkur-Gruppe droht dem neuen Betreiber am Mittwoch ein Warnstreik der Mitarbeitenden. In der gerade laufenden Tarifrunde ruft die Gewerkschaft Verdi die 430 Beschäftigten der Spielbanken zum Ausstand auf. Gäste müssten mit eingeschränkten Öffnungszeiten, reduziertem Spielangebot und geschlossenen Spielbanken rechnen, hieß es bei der Gewerkschaft. In Hannover ist am Vormittag eine zentrale Kundgebung geplant.

Verdi fordert für die Beschäftigten der Merkur Spielbanken Niedersachsen GmbH eine Entgelterhöhung von sieben Prozent, Weihnachts-/Urlaubsgeld, sowie bezahlte Pausen für alle Beschäftigten. In der zweiten Verhandlungsrunde Ende Januar habe es zwar eine Annäherung und danach ein zweites Angebot der Arbeitgeberseite gegeben, hieß es bei der Gewerkschaft. Bei der Entgeltsteigerung liege man aber noch weit auseinander. Die nächste Verhandlungsrunde ist für Donnerstag geplant.

Lizenzstreit vor Gericht verzögert Übernahme

Die Merkur-Gruppe hatte die niedersächsischen Spielbanken mit ihren zehn Standorten am 1. Juli 2025 übernommen. Um die Lizenzerteilung hatte es zuvor einen Rechtsstreit mit der unterlegenen Spielbanken Niedersachsen GmbH (SNG) gegeben. Die einst landeseigene SNG war seit 1995 Betreiberin der Spielbanken in Niedersachsen. 2005 war das Unternehmen privatisiert worden.

In der Ausschreibung 2024 war die SNG dann aber unterlegen, den Zuschlag erhielt Merkur. Eine Klage der SNG dagegen blieb am Ende erfolglos. Sie verzögerte aber den Wechsel. Im vergangenen Sommer einigen sich SNG und Merkur dann auf eine Übernahmevereinbarung für die Standorte und deren Belegschaften.

Betrieben werden in Niedersachsen zehn Standorte, darunter klassische Spielkasinos in Hannover, Braunschweig, Bad Zwischenahn und Osnabrück sowie Automatenkasinos in weiteren Städten.