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Brauereiwirtschaft Bierabsatz in Sachsen sinkt stärker als im Bund

Sachsen erlebt einen weiteren Rückgang beim Bierabsatz. Doch alkoholfreie Sorten sorgen für einen kleinen Lichtblick.

Von dpa 03.02.2026, 12:06
Der Bierabsatz in Sachsen sinkt weiter: Der Sächsische Brauerbund spricht von einer „dramatischen“ Lage. (Symbolbild)
Der Bierabsatz in Sachsen sinkt weiter: Der Sächsische Brauerbund spricht von einer „dramatischen“ Lage. (Symbolbild) Roland Weihrauch/dpa

Dresden/Wiesbaden - In Sachsen ist der Absatz von Bier im vergangenen Jahr stärker geschrumpft als im Bundesdurchschnitt. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes sind im vergangenen Jahr insgesamt rund 620 Millionen Liter im Freistaat abgesetzt worden. Das entspricht einem Rückgang um etwa 6,9 Prozent.

Bundesweit ist der Biermarkt um sechs Prozent geschrumpft - so stark wie noch nie seit der Wiedervereinigung. Der Absatz lag demnach insgesamt bei 7,8 Milliarden Litern. Damit setzt sich der seit 1994 anhaltende Trend fort - damals lag der Absatz bei 11,5 Milliarden Litern.

Sächsischer Brauerbund: Lage ist dramatisch

„Ja, sagen wir so, es ist schon insgesamt auch für Sachsen dramatisch“, sagte Steffen Dittmar, Präsident des Sächsischen Brauerbundes, der Deutschen Presse-Agentur in Dresden. Aktuell sei Dittmar, der zugleich Geschäftsführer der Bergquell Brauerei in Löbau ist, keine Insolvenzgeschichte unter den rund 80 sächsischen Brauereien bekannt.

Die Branche habe ihre Hausaufgaben gemacht und an vielen Stellen modernisiert. Doch die Lage treffe vor allem die kleineren Privatbrauereien: „Es ist natürlich so, ein großes Unternehmen steckt natürlich Krisen leichter weg als ein kleines Unternehmen, weil das kleine Unternehmen ja meistens keine Puffer hat.“

Mindestlohn, Energiekosten und Bürokratie seien zusätzliche Belastungen für die Brauereibranche. Doch der Verbandspräsident gibt sich optimistisch: „Jetzt ist eben schlechtes Wetter, schlechtes Bierwetter, aber irgendwann geht immer wieder die Sonne auf.“

Hoffnungsschimmer: alkoholfreie Sorten

Für die Branche sind die alkoholfreien Sorten der Hoffnungsschimmer. Der Markt für das Segment wachse auch in Sachsen. Konkrete Zahlen gebe es beim Verband aktuell nicht, da auch nicht alle Brauereien diese veröffentlichten. Weil keine Biersteuer anfällt, sind alkoholfreie Biere wie auch Malzgetränke zudem nicht in der aktuellen Statistik des Statistischen Bundesamtes enthalten. 

Bundesweit lag der Anteil alkoholfreier Biere im Handel im vergangenen Jahr laut Deutschem Brauerbund bereits bei mehr als zehn Prozent des Umsatzes. Im laufenden Jahr soll diese Schwelle auch beim Marktanteil erreicht werden. Deutschland sei mittlerweile zum größten europäischen Markt für Alkoholfreies geworden.