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Safer Internet Day Cyberexperte fordert Aufklärungsvideos zu KI-Risiken

„Wir müssen Kinder aufs KI-Zeitalter vorbereiten“, sagt der Cyberexperte Rüdiger. Ob Sexting, Spielzeug mit KI oder Tricks Krimineller - der Kriminologe fordert Aufklärungsvideos bei Tiktok und Co.

Von dpa 10.02.2026, 06:00
Chatbots als virtuelle Freunde? Forscher warnen vor Risiken im Umgang mit Künstlicher Intelligenz. (Symbolbild)
Chatbots als virtuelle Freunde? Forscher warnen vor Risiken im Umgang mit Künstlicher Intelligenz. (Symbolbild) Hendrik Schmidt/dpa/dpa-tmn

Potsdam - Die KI als bester Freund? Der Cyberkriminologe Thomas-Gabriel Rüdiger sieht große Risiken: Emotionale Abhängigkeit, aber auch kriminelle Manipulation können gefährlich sein. Er forderte angesichts des Safer Internet Days mehr digitale Bildung in Schulen und Aufklärungsvideos in den sozialen Medien. 

Rüdiger warnte, dass Jugendliche und andere Nutzer zunehmend emotionale Bindungen zu KI aufbauten, ohne deren Grenzen zu erkennen. Studien zeigten bereits, dass ein erheblicher Teil der Jugendlichen KI als soziales Gegenüber wahrnehme, sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

Wissenschaftler gehen davon aus, dass KI-Chatbots zunehmend eine Rolle als emotionale Partner, Freunde oder Therapeuten einnehmen. Der weltweite Aktionstag - der heutige Safer Internet Day - steht dieses Jahr unter dem Motto „KI and me. In künstlicher Beziehung“.

Experte fordert: Digitale Bildung ab 1. Klasse verpflichtend 

Langfristig bestehe die Gefahr, dass soziale Fähigkeiten verkümmerten oder falsche, rechtlich oder moralisch problematische Ratschläge gegeben werden - bis hin zu kriminellen Handlungen, so Rüdiger. Auch Täter könnten KI gezielt für Straftaten nutzen.

Die Bundesregierung berief Rüdiger in die neu eingerichtete Expertenkommission „Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt“. Er ist Leiter des Instituts für Cyberkriminologie an der Hochschule der Polizei des Landes Brandenburg.

Digitale Bildung müsse ab der 1. Klasse an den Schulen verpflichtend sein, forderte Rüdiger. „Wir haben die Kinder nicht hinreichend auf die sozialen Medien vorbereitet. Jetzt müssen wir sie auf das KI-Zeitalter vorbereiten.“ Nun wachse eine Generation heran, für die KI selbstverständlich wie ein Freund wahrgenommen werde. „Sie wird vielleicht in Zukunft auch ihre ersten sexuellen Erfahrungen mit der KI, via Sexting, machen.“

Rüdiger hält Aufklärungsvideos bei Tiktok und Co. für sinnvoll

Rüdiger fordert auch mehr Aufklärung über digitale Risiken und KI in den Sozialen Medien - ähnlich früherer Verkehrssicherheitsformate. Plattformen sollten verpflichtet werden, regelmäßig Sensibilisierungsinhalte auszuspielen – für Kinder, Jugendliche, Eltern und auch Senioren. „Da sollte der Staat Geld in die Hand nehmen.“ Rüdiger verwies als Beispiel auf die vor Jahrzehnten ausgestrahlte Fernsehsendung zur Verkehrserziehung, „Der 7. Sinn“. 

Für ein Social-Media-Verbot?

Rüdiger unterstützt die gesellschaftliche Debatte über ein Verbot sozialer Netzwerke für Jugendliche. In Australien dürfen Kinder und Teenager unter 16 Jahren seit 2025 keine eigenen Social-Media-Accounts mehr haben. Auch andere Länder planen ein Nutzungsverbot. Ziel ist es, junge Menschen vor Risiken wie Cybergrooming, problematischem Konsum und belastenden Inhalten zu schützen.