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Fußball-Bundesliga „Das ist zu wenig“: Gladbach stürzt noch tiefer in die Krise

Freiburg und Gladbach lassen vieles vermissen im Bundesliga-Duell. Ein früherer Borusse sorgt für die Vorentscheidung zugunsten des Europa-League-Teilnehmers.

Von Ulrike John, dpa Aktualisiert: 22.02.2026, 17:44
Der SC feiert Torschütze Matthias Ginter (Mitte).
Der SC feiert Torschütze Matthias Ginter (Mitte). Philipp von Ditfurth/dpa

Freiburg - Eugen Polanski verschwand nach dem Schlusspfiff ganz schnell in der Kabine. Hilflos hatte der Trainer von Borussia Mönchengladbach zuvor mit ansehen müssen, wie sein Team in der Fußball-Bundesliga immer tiefer in die Krise und den Abstiegskampf stürzt. Nach dem 1:2 (0:1) beim SC Freiburg ist die Borussia nun schon seit sieben Spielen sieglos.

Der frühere Gladbacher Matthias Ginter (38. Minute) und Igor Matanovic (74.) trafen für den Sport-Club. Die harmlosen Gäste kamen durch Haris Tabakovic (85.) nur noch auf 1:2 heran. 

„Das ist extrem“, sagte der bosnische Torjäger des Tabellen-14. bei DAZN. „Jede Niederlage ist schwer zu schlucken. Es geht um Punkte, es geht um Siege“. Die Gladbacher Leistung sei aber eindeutig „zu wenig. Wir kriegen zu einfache Tore. Wir sind zu wenig gefährlich. Das müssen wir klar und deutlich analysieren“. 

Auch im 18. Anlauf hintereinander gelang den Gladbachern kein Sieg im Breisgau. Die Freiburger wiederum landeten vor 34.700 Zuschauern im Europa-Park-Stadion auch im fünften Heimspiel des Jahres einen Dreier. „Das war kein Leckerbissen heute. Aber wir haben zum richtigen Zeitpunkt die Tore gemacht“, sagte Ginter, der von 2017 bis 2022 für die Borussia spielte. 

Sander soll Kapitän Reitz ersetzen

SC-Trainer Julian Schuster bot nach dem 0:3 bei der TSG Hoffenheim eine neue Offensive auf. Vincenzo Grifo, Jan-Niklas Beste und Matanovic durften wieder ran. Dafür musste der Sport-Club aber weiterhin auf den gesperrten Johan Manzambi verzichten. Im ohnehin arg gerupften Gladbacher Team fehlte auch noch Kapitän Rocco Reitz (Gelbsperre). 

„Philipp Sander ist derjenige, der Rocco vom Profil am nächsten kommt: dynamisch, zweikampfstark, laufstark“, sagte Polanski beim übertragenden Sender DAZN über seinen Reitz-Ersatz Sander, der allerdings nicht glänzen konnte. Gladbachs oft mühsame Vorstöße prallten erst mal an der Freiburger Abwehr um den erneut starken Routinier Ginter ab. 

Damals unter Hans Meyer... 

Die Historie sprach nicht gerade für die Borussia: Der letzte Sieg im Breisgau gelang im März 2002 - damals waren Hans Meyer bei Gladbach und Volker Finke beim SC die Trainer. Arie van Lent traf zum 1:0.

Der aktuelle Torjäger der Gladbacher hätte genau das in der 32. Minute tun können - Haris Tabakovic schlug aber nach einem Gegenangriff ein Luftloch bei Franck Honorats Hereingabe. Auf der Gegenseite nutzte Freiburg das Durcheinander im Fünfmeterraum nach einem langen Einwurf: Ginter brachte den Ball mit einem Seitfallzieher über die Torlinie. 

Nur Tabakovic gefährlich

Tabakovic hätte sogar noch vor der Pause ausgleichen können, jagte den Ball aber übers Tor. Dennoch wirkten Gladbachs Angriffe weiter schablonenhaft - und es fehlte das Tempo.

Nach einem Querpass machte Matanovic mit seinem sechsten Saisontor alles klar, als er eine Hereingabe von Maximilian Eggestein ins Tor abstaubte. Gladbachs Torwart Moritz Nicolas hatte den Ball zunächst noch abwehren können - jedoch genau vor die Füße des Freiburger Stürmers.

Auf der Gegenseite hatte die Borussia gleich noch einmal Pech, als ein Tor wegen einer knappen Abseitsposition von Tabakovic nicht zählte (82.). Drei Minuten später gelang dem 31 Jahre alten Bosnier doch noch sein 14. Saisontor. Zu mehr reichte es für die Gäste nicht.