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2. Bundesliga Die nächste gefühlte Hertha-Niederlage: „Nur frustrierend“

Wieder spielt die Hertha stark auf, wieder gibt es keinen Sieg. Die Berliner hadern mit sich selbst und den Details.

Von David Langenbein, Thomas Flehmer, Andreas Heimann und Jordan Raza, dpa 01.02.2026, 17:41
Am Ende gab es wieder keinen Sieg für die Berliner.
Am Ende gab es wieder keinen Sieg für die Berliner. Andreas Gora/dpa

Berlin - Die genaue Gefühlslage bei Hertha BSC gab ein Versprecher von Sportdirektor Benjamin Weber preis. „Wir haben auch nicht deswegen verloren, oder unentschieden gespielt, sorry“, korrigierte sich der 45-Jährige nach dem 2:2 der Berliner gegen Darmstadt mit Blick auf den Platzverweis für Stürmer Dawid Kownacki in der 70. Minute. 

Es war die dritte gefühlte Niederlage für den Zweitligisten in diesem Jahr und ein weiterer heftiger Dämpfer für die Aufstiegshoffnungen des Hauptstadtclubs. Wie schon gegen Schalke und den KSC gab es nur einen Zähler. Sieben Punkte beträgt der Rückstand auf Relegationsrang drei nun schon. „Es fühlt sich auf jeden Fall scheiße an“, sagte Keeper Tjark Ernst. 

„Am Ende müssen wir uns heute wieder selbst ankreiden, dass wir es nicht geschafft haben. Aber wir haben noch genug Zeit, noch genug Spiele zu spielen“, betonte der 22-Jährige. Am kommenden Samstag (13.00 Uhr/Sky) geht es in Elversberg gegen einen weiteren Konkurrenten.

Hertha belohnt sich wieder nicht

Statt sich über die durchaus harte Entscheidung von Schiedsrichter Florian Lechner bei der Roten Karte für Kownacki zu echauffieren, ärgerten sich die Berliner über die eigenen Fehler. In den ersten vierzig Minuten hatte die Hertha den seit Ende Oktober ungeschlagenen Konkurrenten dominiert und lag vollkommen verdient 2:0 vorn. 

Der Plan sei voll aufgegangen, sagte Ernst. „Wir haben Darmstadt gar nicht zur Entfaltung kommen lassen mit ihren Stürmern vorne, mit allem, was diese Mannschaft so stark macht.“ Die Berliner pressten stark und spielten entschlossen in Richtung Tor. Vor 35.756 Zuschauern und Zuschauerinnen im bitterkalten Olympiastadion brachte Kapitän Fabian Reese (2. Minute) die Führung, Julian Eitschberger erhöhte (15.).

Elfer bringt Darmstadt zurück

„Wir haben hinten raus extrem gut Fußball gespielt und dann muss es eigentlich zur Halbzeit 3:0 stehen, vielleicht sogar 4:0 stehen und am Ende steht es 2:1“, ärgerte sich der Torwart. Denn in der 29. Minute verpasste Michaël Cuisance nach einem Abpraller die riesige Chance auf eine Vorentscheidung. „Wahrscheinlich ist das Ding zu, wenn Cuisance trifft“, sagte Stefan Leitl bei Sky.

Ein Foul von Pascal Klemens brachte die Gäste zurück ins Spiel. Hornby verwandelte den fälligen Elfmeter ohne Probleme (39.) und glich nach dem Wechsel aus kurzer Distanz aus (62.).

„Das passiert jetzt zum wiederholten Mal, keine Ahnung, wie oft. Das ist einfach nur frustrierend, weil wir einfach trotzdem das Spiel gewinnen müssen“, sagte Mittelfeldspieler Paul Seguin. 

Immerhin blieb es beim ersten Heimspiel nach der Eskalation zwischen Polizei und Fans im und um das Stadion ruhig. Die Einsatzkräfte zogen sich weitgehend aus dem Bereich der Ostkurve des Berliner Anhangs zurück. Die protestierten mit Bannern und Gesängen. Zu Zwischenfällen kam es nicht. 

„Wir haben unser Einsatzkonzept nochmal angepasst, haben noch intensiver im Vorfeld mit der Geschäftsführung von Hertha BSC gesprochen. Das hat hervorragend funktioniert. Da sind wir uns auch alle einig“, sagte Polizeisprecher Florian Nath über den „unproblematischen Einsatz“. „Es war ein komplett störungsfreies Spiel mit über 30.000 Zuschauern.“

Kommt Brekalo zu Hertha?

Zumindest wird der Fokus bei der Hertha also wieder sportlich. Weber könnten vor dem Schließen des Transferfensters doch noch einmal aktiv werden. Agustín Rogel und Jón Dagur Thorsteinsson sollen die Berliner noch verlassen. Der frühere Wolfsburger Flügelangreifer Josip Brekalo dafür noch kommen. „Jetzt schauen wir mal, was in den nächsten Stunden oder im Laufe des nächsten Tages passiert“, sagte der Sportdirektor.

Leitl hatte vor der Partie gesagt, dass Hertha gewinnen müsse. Realistisch gesehen müssten die Berliner jetzt eine Siegesserie wie in der Hinrunde starten, wenn sie noch einmal ernsthaft in den Abstiegskampf eingreifen wollen. „Der Teufel liegt im Detail und da hapert es gerade“, sagte Reese, der bei Sky noch ein schönes Fazit fand: „Es sind die Wochen der Wahrheit. Entweder wir gewinnen oder wir haben es nicht verdient.“