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Fußball-Bundesliga Traumtor von Demirovic: VfB klettert Richtung Königsklasse

Stuttgart lässt gegen Freiburg etliche Chancen liegen - und schlägt kurz vor Schluss doch noch zu. Ermedin Demirovic trifft sehenswert und sorgt bei seinem 50. Bundesliga-Tor für eine Premiere.

Von Christoph Lother, dpa Aktualisiert: 01.02.2026, 18:06
Ermedin Demirovic jubelt nach seinem Tor zum 1:0.
Ermedin Demirovic jubelt nach seinem Tor zum 1:0. Harry Langer/dpa

Stuttgart - Ein spätes Traumtor von Ermedin Demirovic hat dem VfB Stuttgart den Sieg im Landesduell und zumindest vorläufig einen Champions-League-Platz in der Fußball-Bundesliga beschert. Die Schwaben gewannen gegen den SC Freiburg mit 1:0 (0:0) und zogen in der Tabelle an RB Leipzig vorbei auf Rang vier. Die Badener indes liegen auch nach dem 20. Spieltag ein ganzes Stück hinter den Europapokalplätzen.

Der VfB hatte im Baden-Württemberg-Duell viel Ballbesitz und die besseren Chancen. Woran es ihm vor 60.000 Zuschauern lange fehlte, war die Effizienz – ehe Joker Demirovic in der 90. Minute doch noch zuschlug. „Ich glaube, das ist das Einzige, was man von mir erwartet, wenn ich in so einem Spiel reinkomme, dass ich irgendwie den Ball über die Linie drücke. Ich hatte heute ein gutes Gefühl - ja, und dann klappt so etwas heute“, sagte Demirovic nach dem Spiel bei DAZN über die Aktion, bei der er aus der Distanz den Ball sehenswert in den Freiburger Torwinkel hämmerte.

Besonderes Tor für Demirovic

Es war das 50. Tor für Demirovic - das erste von außerhalb des Strafraums. Von dieser Statistik habe er schon so oft gehört, sagte der 27-Jährige. „Ich nehme das seit Jahren mit, alle sprechen mich drauf an. Deswegen war das ganz gut, dass er heute von außerhalb reingegangen ist.“

Zuvor konnten sich die Freiburger vor allem auf ihren Torhüter Noah Atubolu verlassen, der dem spät verlorenen Punkt hinterhertrauerte. „Wir hatten einen klaren Matchplan heute, haben ihn komplett verfolgt. Es ist uns fast gelungen. Dass wir dann so spät das Tor kriegen, ist sehr, sehr ärgerlich“, sagte Atubolu.

„Das war natürlich ein Big Point heute“, sagte VfB-Trainer Sebastian Hoeneß, der sich auch für seinen Stürmer freute: „Super-Tor von Medo, den trifft er überragend.“

Freiburg nach Suzukis Warnschuss harmlos

Die Stuttgarter waren schon in der ersten Halbzeit die deutlich aktivere Mannschaft. Die Gäste ließen sich abgesehen von einem Distanzschuss von Yuito Suzuki (4.) und einem Außennetz-Treffer von Derry Scherhant (43.) vorn nur selten blicken.

Defensiv standen die Freiburger zunächst noch recht kompakt, nach und nach gerieten sie aber zunehmend in Bedrängnis. Nachdem SC-Keeper Atubolu einen Kopfball von VfB-Verteidiger Josha Vagnoman stark pariert hatte (20.), rückte vor allem Deniz Undav in den Fokus. 

Stuttgarts Nationalstürmer suchte einen Abschluss nach dem anderen. Einmal rettete Freiburgs Abwehrchef Matthias Ginter bei einem Schuss des 29-Jährigen kurz vor der Linie (28.), wenig später konnte Undav einen heftigen Fehler im Spielaufbau der Badener nicht nutzen (32.). 

Undav und die Chancenverwertung

Die Chancenverwertung des WM-Kandidaten war in dieser Saison schon häufiger Thema. Nach seinem Tor beim 3:0-Auswärtssieg gegen Borussia Mönchengladbach vor einer Woche hatte sich Undav gegen seine Kritiker gewehrt. Diesmal agierte der Angreifer wieder unglücklich.

Spätestens als Nikolas Nartey per Kopf am erneut gut reagierenden Atubolu scheiterte, wäre die Stuttgarter Führung verdient gewesen (42.). Dann leistete sich plötzlich VfB-Torwart Alexander Nübel noch einen Aussetzer, der außer einem Freiburger Eckball aber keine weiteren Folgen hatte (44.).

Europapokal-Belastung macht sich bemerkbar

Den zweiten Durchgang begannen die Breisgauer offensivfreudiger. Schnell stand aber auch wieder ihr Schlussmann Atubolu im Blickpunkt, der aus kurzer Distanz gegen Bilal El Khannouss parierte (52.).

VfB-Trainer Hoeneß versuchte, seinem Angriff neuen Schwung zu verleihen und wechselte unter anderem Flügelspieler Chris Führich ein. Drei Tage nach ihren Europa-League-Auftritten wirkten beide Teams phasenweise aber nicht mehr ganz so frisch, die Ungenauigkeiten häuften sich nun.

In den Schlussminuten arbeiteten die Gastgeber noch mal am 1:0, vor dem gegnerischen Tor agierten sie aber weiter glücklos. Als alles schon auf ein Remis hindeutete, erzielte der ebenfalls eingewechselte Demirovic das Tor des Tages. Die Gäste kamen in der Nachspielzeit noch zu einer großen Chance auf den Ausgleich, doch Nübel parierte stark gegen Bruno Ogbus.