Gefährliche Krankheit Ehec-Fälle in Berlin nicht außergewöhnlich hoch
In Mecklenburg-Vorpommern häufen sich Ehec-Fälle. Die Bakterien können schwere Erkrankungen verursachen. Wie ist die Lage in Berlin?

Berlin - In Berlin sind dieses Jahr bislang 166 Ehec-Fälle an das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) gemeldet worden. 20 Menschen wurden im Krankenhaus behandelt, davon waren vier jünger als 18 Jahre alt, wie eine Lageso-Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur sagte.
Im benachbarten Mecklenburg-Vorpommern ist die Zahl erfasster Ehec-Infektionen zuletzt auf 17 gestiegen, betroffen sind vor allem Kinder - mehrere wurden auf Intensivstationen betreut. Auch in Belgien gab es mehrere Fälle, die nun untersucht werden. Wie die Lageso-Sprecherin erklärte, gibt es derzeit keine Hinweise darauf, dass die Fälle in Berlin epidemiologische mit denen in Mecklenburg-Vorpommern zusammenhängen.
Ehec-Ansteckungen gibt es regelmäßig
Die Fallzahl in Berlin sei höher als in früheren Jahren, aber nicht außergewöhnlich hoch. Der Anstieg hat einen plausiblen Grund: Er hängt vermutlich auch damit zusammen, dass seit September 2023 der labordiagnostische PCR-Nachweis in den Falldefinitionskatalog aufgenommen wurde, wie es im aktuellen Wochenbericht des Lageso zu Infektionskrankheiten in Berlin heißt. Dadurch sei auch die Zahl der durchgeführten Diagnostiken gestiegen. Vor der Corona-Pandemie seien jährlich im Schnitt 58 Ehec-Fälle an das Lageso übermittelt worden.
Vergangenes Jahr wurden Daten des Robert Koch-Instituts zufolge bundesweit rund 4.570 Ehec-Fälle gemeldet, 2023 waren es demnach etwas mehr als 3.440 Erkrankungen.
Ansteckungen gibt es regelmäßig. Ehec produzieren sogenannte Shigatoxine: starke Zellgifte, die schwere Durchfallerkrankungen bis hin zu blutigen Durchfällen sowie das HUS verursachen können, das zu Nierenversagen führen kann. Kinder sind besonders gefährdet, weil ihr Immunsystem und ihre Organe noch nicht ausgereift sind. Weitere Symptome sind Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen.