Graphic Novel Ein Comic auf den Spuren von Strunks „Der goldene Handschuh“
„Der goldene Handschuh“ ist Mittelpunkt vieler Geschichten. Berühmt gemacht hat ihn Heinz Strunk mit seinem Buch, das später Fatih Akin verfilmte. Jetzt gibt es auch einen Comic.

Hamburg - Die grausamen Taten des Hamburger Serienmörders Fritz Honka waren schon Stoff für viele Filme, Bücher und Lieder. Vier Frauen brachte der schmächtige, schielende Mann in den 1970er-Jahren um - meist im Vollrausch.
Vor zehn Jahren sorgte der Hamburger Schriftsteller Heinz Strunk mit seinem Buch „Der goldene Handschuh“ für Aufsehen, drei Jahre später verfilmte Kult-Regisseur Fatih Akin den Stoff.
Zu der Zeit hatte auch schon der Hamburger Zeichner Ully Arndt einen Comic nach der Vorlage von Strunks Buch begonnen. Nun ist die düster-bedrückende Graphic Novel erschienen - und verspricht direkt auch schon einen zweiten Teil.
Comic Noir - bedrückende Atmosphäre auf mehr als 100 Seiten
„Der goldene Handschuh - Sommer der Liebe“ ist der Titel des im Carlsen Verlag erschienenen Comics. „Comic Noir“ ist der erste Teil der zweiteiligen Reihe unterschrieben und weist damit schon darauf hin, was Leserinnen und Leser erwarten dürfen. Einsamkeit, Verzweiflung, Verbrechen und eine beklemmende Atmosphäre.
In dem Comic wird der erste Teil der Geschichte des Serienkillers erzählt. Seine Abende in der Kiez-Kneipe „Der goldene Handschuh“, die beklemmende Enge seiner Wohnung, den harschen Umgang mit Frauen und seine oft präsente Wut. Dabei braucht Arndt nur wenige Worte. Die Zeichnungen sind aussagekräftig genug. Und sie hallen durchaus nach. Das Unheil droht quasi in fast jedem einzelnen Bild.
Udo und Otto sind auch Teil des Comics
Zeichner Ully Arndt trifft den Ton, den Heinz Strunk in seinem Buch angelegt hatte, genau. Mit seinen dunklen, fahrigen und derben Zeichnungen zieht er die Leser direkt in die Tiefen der ranzigen Reeperbahn der 60er- und 70er-Jahre. Und zeigt gleichzeitig in sonnig-warmen Bildern mit klaren Strichen die wohlhabende Seite Hamburgs. Mit dabei sind auch Udo Lindenberg und Otto Waalkes in ihren jungen Jahren.
Acht Jahre lang hat Ully Arndt eigenen Angaben zufolge an dem Comic gearbeitet. Heinz Strunk, der nachgemessene 437 Meter von Arndts Studio entfernt wohnt, hat ihn dabei unterstützt, wie er im Nachwort des Comics schreibt. Band 2 „Alles wird gut“ soll 2027 erscheinen.
Dann fügen sich sicher auch für die Leser die Bilder des Comics zu einem großen Ganzen zusammen, die mit der Geschichte des Serienkillers Honka nicht so vertraut sind.