Wissenschaft Einstein-Teleskop: Sachsen und Sardinien kooperieren
Das Ziel: ein unterirdisches Observatorium, mit dem das Universum besser erforscht werden kann. Wie Sachsen und Sardinien das Projekt gemeinsam voranbringen wollen.

Rom - Im Wettbewerb um das geplante unterirdische Einstein-Teleskop wollen Sachsen und die italienische Region Sardinien enger zusammenarbeiten. In Anwesenheit von Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow (CDU) unterzeichnete die Präsidentin von Sardinien, Alessandra Todde, am Abend in Rom eine entsprechende Absichtserklärung. Ministerpräsident Michael Kretschmer hatte diese bereits zuvor unterzeichnet.
Beim Einstein-Teleskop handelt es sich um ein europäisches Projekt. Tief unter der Erde soll ein Observatorium in Form eines gleichseitigen Dreiecks entstehen. Damit können Gravitationswellen aus dem All gemessen und ausgewertet werden. Das Vorhaben gilt als entscheidender Schritt bei der Erforschung des Universums. Mit ihm sollen Forscher etwa die Kollision von schwarzen Löchern erkennen und Erkenntnisse über den Beginn des Universums erhalten.
Mehrere Standorte werden geprüft
Neben der Lausitz - einem Ort mit größter seismologischer Ruhe - werden noch zwei weitere Standorte dafür derzeit geprüft: die Mittelmeerinsel Sardinien sowie die Region Euregio Maas-Rhein im Dreiländereck von Deutschland (Nordrhein-Westfalen), den Niederlanden und Belgien.
Möglich ist jedoch auch, dass es eine Kombination aus zwei Standorten für das Einstein-Teleskop gibt, bei der es statt als Dreieck in zwei L-förmige Detektoren aufgeteilt wird. Nach Angaben der sächsischen Staatskanzlei könnte eine zwischen Sachsen und Sardinien geteilte Forschungsinfrastruktur einen „zusätzlichen wissenschaftlichen Mehrwert für Europa“ schaffen.
Sachsen und Sardinien wollen sich unterstützen
Darauf zielt die nun unterzeichnete Absichtserklärung ab: Beide Seiten wollen sich demnach bei der Bewerbung und Realisierung des Vorhabens unterstützen und auch ein gemeinsames wissenschaftliches Konsortium aufbauen. Wissenschaftsminister Gemkow sagte laut Mitteilung: „Ein Projekt dieser Größenordnung funktioniert nur mit Arbeitsteilung und in enger Partnerschaft. Genau dafür haben wir mit Sardinien jetzt die Grundlage geschaffen.“