Fall in den Niederlanden Erstmals Vogelgrippe bei Kuh außerhalb der USA nachgewiesen
Erstmals wird das Vogelgrippe-Virus bei einer Kuh außerhalb der USA nachgewiesen - in den Niederlanden. Was bedeutet das für hiesige Wiederkäuer?

Den Haag/Greifswald - Das Vogelgrippe-Virus ist erstmals außerhalb der USA bei einer Kuh nachgewiesen worden. In den Niederlanden wurden in der Milch einer Kuh Antikörper gegen den Erreger festgestellt, wie aus einem Schreiben der niederländischen Agrarministerin an das Parlament hervorgeht. Dem Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) bei Greifswald sei bislang kein anderer entsprechender Fall außerhalb der USA bekannt, teilte das für Tiergesundheit zuständige Bundesinstitut auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit.
Das Risiko schätzt das FLI trotz des neuen Falls für hiesige Wiederkäuer weiter als sehr gering ein. „Die Lage wird als unverändert eingeschätzt, solange es bei einem Einzelfall bleibt und weitere Untersuchungsergebnisse keine Hinweise auf eine weitere Viruszirkulation bei Rindern liefern.“
Betrieb in der niederländischen Provinz Friesland betroffen
Laut einem Bericht des Fachmagazins „Science“ war auf einem Milchvieh-Betrieb in der niederländischen Provinz Friesland eine Katze an dem Vogelgrippe-Virus H5N1 gestorben. Danach seien Blut und Milch dortiger Kühe untersucht worden. Eine Kuh hatte demnach Antikörper in ihrer Milch. Antikörper entstehen während einer Infektion durch die Immunantwort des Körpers.
Das Virus selbst wurde nicht mehr nachgewiesen, wie es hieß. Es gebe auch keine Hinweise auf eine Verbreitung in anderen Haltungen. Die Milch sei wegen gesundheitlicher Probleme der Kuh nicht verarbeitet worden.
Wie sich die Katze und die Kuh angesteckt haben, war unklar. Laut FLI könnte der Erreger durch Kontakt mit infizierten Vögeln weitergegeben worden sein, oder über kontaminierten Kot, Futter, Wasser oder Melkgeschirr. Das Risiko dafür sei in Gebieten mit Vogelgrippe-Ausbrüchen erhöht.