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Statistik Frauen in Thüringen bekommen fünf Prozent weniger Lohn

In Thüringen ist die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern kleiner als im Bund. Mit dem Equal Pay Day soll auf lange bestehende Ungleichheiten hingewiesen werden.

Von dpa Aktualisiert: 26.02.2026, 14:38
In Thüringen ist die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen geringer als im Bundesschnitt. (Symbolbild)
In Thüringen ist die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen geringer als im Bundesschnitt. (Symbolbild) Sebastian Kahnert/dpa

Erfurt - Frauen haben in Thüringen im vergangenen Jahr im Schnitt fünf Prozent weniger verdient als Männer. Damit fiel die Lücke in Thüringen deutlich kleiner aus als im Bundesdurchschnitt, wo der unbereinigte Gender Pay Gap bei 16 Prozent lag, wie das Statistische Landesamt mitteilte. Die Verdienstlücke in Thüringen sank im Vergleich zum Vorjahr darüber hinaus von sechs auf fünf Prozent. Generell ist die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen in den ostdeutschen Bundesländern niedriger als in den westlichen Bundesländern. 

Frauen verdienten demnach im vergangenen Jahr 21,32 Euro brutto pro Stunde und damit 1,09 Euro weniger als Männer. „Eine wesentliche Ursache für die Verdienstunterschiede zwischen Frauen und Männern ist weiterhin die höhere Teilzeitquote von Frauen“, hieß es in einer Mitteilung des Amts. Während Männer im Jahr 2025 im Monat 155 Stunden einer bezahlten Arbeit nachgingen, waren es bei Frauen 134 Stunden. 

SPD spricht von „Teilzeitfalle“

Die Lohnlücke sei kein Naturgesetz, sondern das Ergebnis struktureller Ungleichheit, sagte die stellvertretende Bezirksvorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DBG) Hessen-Thüringen, Renate Sternatz. Zugleich zeige sich ein deutlicher regionaler Unterschied: Frauen in Thüringen verdienten rund 6,5 Prozent weniger als Frauen im Bundesdurchschnitt. Damit sei dieser Unterschied größer als der Gender Pay Gap in Thüringen selbst.

„Gerade in Thüringen sehen wir, wie stark Teilzeit und Sorgearbeit die Erwerbsbiografien vieler Frauen prägen“, sagte die gleichstellungspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Landtag, Cornelia Urban. Viele Frauen wählten Teilzeit oft nicht, weil sie weniger arbeiten wollen, sondern weil Betreuungszeiten, Schichtmodelle oder fehlende Entlastung keine andere realistische Option ließen. „Das ist die Teilzeitfalle und die müssen wir politisch aufbrechen.“

Equal Pay Day macht auf Verdienstunterschiede aufmerksam

Der unbereinigte Gender Pay Gap beschreibt den durchschnittlichen Verdienstunterschied zwischen Frauen und Männern, ohne dass dabei strukturelle Faktoren wie Qualifikation, Tätigkeit, Erwerbsbiografie oder Beschäftigungsumfang berücksichtigt werden.

Mit dem Equal Pay Day am Freitag soll auf die ungleiche Bezahlung zwischen Männern und Frauen hingewiesen werden. Der Tag markiert symbolisch den Zeitpunkt im Jahr, bis zu dem Frauen rechnerisch „umsonst“ gearbeitet haben, während Männer bereits seit dem 1. Januar für ihre Arbeit bezahlt werden.