Landesweite Zahlen Frauen sind im Berufsalltag weiter benachteiligt
Sie bekommen weniger Geld, arbeiten weniger Stunden und nehmen seltener am Berufsleben teil. Die Situation von Frauen am Arbeitsmarkt ändert sich kaum. Warum das am Freitag besonders deutlich ist.

Hannover - Die Ungleichheit im Berufsleben von Frauen und Männern verharrt auf einem hohen Niveau. Das teilte das Landesamt für Statistik Niedersachsen anlässlich des sogenannten Equal Pay Day am Freitag mit. Bis zu diesem Tag haben Frauen in diesem Jahr rechnerisch ohne Vergütung gearbeitet, während Männer bereits seit dem 1. Januar für ihre Arbeit bezahlt werden.
Den Angaben nach lag der sogenannte Gender Gap bei 40 Prozent für das Jahr 2025. Der Wert beschreibt neben der Lohnungleichheit auch die Unterschiede bei den monatlichen Arbeitsstunden sowie der Erwerbstätigenquote. Grundsätzlich gelte: Je höher der Wert, desto stärker sei die Ungleichheit ausgeprägt. In den vergangenen Jahren war der Wert in Niedersachsen praktisch unverändert, bundesweit lag er 2025 bei 37 Prozent.
Frauen bekommen bei gleicher Arbeit fünf Prozent weniger Gehalt
Bereits Ende des vergangenen Jahres hatte das Statistikamt mitgeteilt, dass Frauen in Niedersachsen 2025 im Durchschnitt bei gleicher Qualifizierung unverändert fünf Prozent weniger verdient haben als Männer. Das entspricht bei einem Durchschnittslohn 1,35 Euro pro Stunde. Beim allgemeinen Vergleich der Durchschnittsgehälter - also ohne Berücksichtigung der Tätigkeit - lag der Unterschied bei 16 Prozent oder 4,10 Euro pro Stunde.
Ein Grund für den Verdienstunterschied ist den Angaben nach die höhere Teilzeitquote bei Frauen. In absoluten Zahlen arbeiteten Männer durchschnittlich 32 Stunden pro Monat mehr als Frauen. Auch waren weniger Männer ohne Anstellung als Frauen: Gut 80 Prozent der Männer hatten einen Job, gegenüber 74 Prozent bei den Frauen.
Die Berechnung der Lohnlücke sowie des Unterschiedes bei den Arbeitsstunden basieren den Angaben nach auf Erhebungen des repräsentativen Monats April. Der Anteil der Beschäftigten stammt aus dem Mikrozensus.