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Mobilität Hat Sachsen-Anhalt ausreichend E-Ladesäulen?

Wer ein Elektroauto fährt, muss häufiger einen Zwischenstopp einlegen. Vor allem auf längeren Fahrten sind die Menschen auf öffentliche Ladepunkte angewiesen. Ihr Ausbau wird nicht mehr gefördert.

Von dpa 04.02.2026, 14:51
In Sachsen-Anhalt gibt es vielerorts öffentliche Ladepunkte für Elektrofahrzeuge. (Symbolbild)
In Sachsen-Anhalt gibt es vielerorts öffentliche Ladepunkte für Elektrofahrzeuge. (Symbolbild) Jan Woitas/dpa

Magdeburg - In den vergangenen Jahren wurden in Sachsen-Anhalt immer mehr öffentliche Ladepunkte für Elektrofahrzeuge errichtet. Wie aus einer Antwort auf eine Anfrage der Grünen-Fraktion im sachsen-anhaltischen Landtag hervorgeht, gab es zum Ende vergangenen Jahres rund 3.200 Ladesäulen, davon rund 1.200 Schnellladepunkte. Die meisten Ladepunkte gab es demnach Stand Anfang Dezember in der Landeshauptstadt (410). 

Grundsätzlich erreiche man in den meisten Teilen von Sachsen-Anhalt innerhalb weniger Autominuten die nächste öffentliche Ladesäule, erklärte das Ministerium. „Lediglich die Grundzentren Vorharz (Wegeleben) und Saale-Wipper (Güsten) sind nicht mit einem Ladepunkt ausgestattet.“ Die Regionen gehörten jedoch zu den Mittelzentren Bernburg und Halberstadt und seien dadurch abgedeckt. 

Fördermittel wurden nicht ausgeschöpft

Die Gesamtladeleistung der Ladepunkte in Sachsen-Anhalt liegt den Angaben des Infrastrukturministeriums nach bei 176.417 Kilowatt. 303 Punkte wurden demnach von 2023 bis 2025 durch Mittel des Landes gefördert. Beobachtet worden sei, dass „eine hohe Anzahl“ von Förderanträgen für Ladepunkte, die bewilligt wurden, nicht umgesetzt wurden, hieß es. 

2025 sei kein bewilligtes Vorhaben realisiert worden, so das Ministerium. Außerdem habe es Fälle gegeben, in denen auf eine Förderung durch das Land verzichtet wurde. Entsprechend seien die Haushaltsmittel zur Förderung für Ladepunkte nicht ausgeschöpft worden. Die Förderung gab es bis Ende 2025. 

Die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Cornelia Lüddemann, kritisierte, dass es derzeit keine Förderung für den Ausbau von Lademöglichkeiten gibt. „Wer sich als Staat zurückzieht, riskiert Lücken in der Versorgung und bremst die Verkehrswende aus, vor allem im ländlichen Raum“, erklärte sie. 

Ladeinfrastruktur „gute Grundlage für Antriebswende“

Der Ausbau der Ladeinfrastruktur „stellt eine gute Grundlage für die Antriebswende dar“, hieß es hingegen aus dem Ministerium. In Zukunft erwarte die Landesregierung, dass die Ladeinfrastruktur in Sachsen-Anhalt durch Marktteilnehmer „nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten“ ausgebaut wird. 

Wie das Ministerium auch mitteilte, gibt es keine landesweite Erfassung der Ladepunkte. Entsprechend stammten die Daten zur Ladeinfrastruktur in Sachsen-Anhalt von der Bundesnetzagentur.