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Wirtschaftliche Lage IHK-Umfrage: Unternehmen bleiben pessimistisch

Der IHK-Geschäftsklimaindex bleibt im Minus, Hoffnungen erfüllten sich im vergangenen Jahr nicht. Was Unternehmer frustriert – und warum ein Renteneintrittsalter von 70 weiter diskutiert wird.

Von dpa 25.02.2026, 13:06
Im Handel, in der Industrie und im Bau bewerten die Unternehmen die wirtschaftliche Lage pessimistisch. (Archivbild)
Im Handel, in der Industrie und im Bau bewerten die Unternehmen die wirtschaftliche Lage pessimistisch. (Archivbild) Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Magdeburg/Halle - Die Wirtschaft in Sachsen-Anhalt kommt nach Einschätzung der Industrie- und Handelskammern weiterhin nicht in Schwung. „Seit 2021 erleben wir keinen Aufschwung mehr“, sagte der Präsident der IHK Halle-Dessau, Sascha Gläßer bei der Vorstellung der gemeinsamen Konjunkturumfrage der beiden Kammern. Hohe Kosten, eine schwache Nachfrage und viel Bürokratie belaste viele Betriebe. Zwischenzeitlich aufgekommene Hoffnungen hätten sich im vergangenen Jahr nicht erfüllt.

Geschäftsklimaindex bleibt im Minus

Viele der konjunkturellen Probleme hätten sich inzwischen verfestigt und seien zu strukturellen Herausforderungen geworden, so die beiden Industrie- und Handelskammern. Die Auswirkungen ließen sich klar erkennen: Die Investitionsabsichten blieben niedrig, und die Beschäftigtenzahlen gingen zurück, sagte Claudia Meffert, Vizepräsidentin der IHK Magdeburg. Die Entwicklungen zeigten sich über alle Branchen hinweg: Industrie, Baugewerbe, Dienstleistungen, Verkehrsgewerbe. 

Der IHK-Geschäftsklimaindex lag Ende 2025 bei Minus 7,3 Punkten. In den beiden Vorjahren 2023 und 2024 lag er mit Minus 12,3 und Minus 12,2 Punkten noch niedriger. Der Index fasst zusammen, wie die Unternehmen ihre aktuelle Geschäftslage sowie ihre kurzfristigen Erwartungen bewerten. 

Bürokratie als wichtige Kritik der Unternehmen

Ein entscheidendes Thema sei neben den hohen Personalkosten auch die Bürokratie, betonte Gläßer. „Maß und Mitte ist bei dem Thema Bürokratie verloren gegangen.“ Alle beteiligten seien unzufrieden, neben den Unternehmen auch Behörden selbst und Politik. Es gehe dabei um die Anzahl an Vorschriften, aber auch um Widersprüchlichkeiten, Parallelmeldungen oder fehlende Schnittstellen, sagte der Hauptgeschäftsführer der IHK Halle-Dessau, Thomas Brockmeier. „Das kostet nicht nur Geld, sondern auch Zeit und Personal und Nerven sicher auch.“ Es brauche daher dringende Reformen. „Die Zeit der Bequemlichkeiten ist vorbei.“

Bezogen auf das Thema Energiepreise bedeutete dies auch, das Thema Fracking wieder auf den Tisch zu legen, so Gläßer. Und auch ein höheres Renteneintrittsalter müsse überlegt werden. Es gebe Branchen, in denen nutzten viele Kollegen Frühverrentungsmaßnahmen, obwohl sie körperlich in der Lage seien, weiterzuarbeiten. Dies sei gesellschaftlich anders gedacht gewesen. Man dürfe keine Angst haben vor einer langsamen Erhöhung des Renteneintrittsalters. Bezogen auf eine mögliche Altersgrenze sagte Gläßer: „Ich würde diese 70 nicht ausschließen.“