2. Fußball-Bundesliga Kloses Ja-Wort zum Club: „Nicht alles optimal gelaufen“
Der Vertrag für Miroslav Klose entwickelte sich zur Hängepartie. Jetzt hat der 1. FC Nürnberg Gewissheit: Der Weltmeister von 2014 bleibt Trainer. Klose gibt Einblick in die Entstehungsgeschichte.

Nürnberg - Reibungslos verlief die Vertragsverlängerung des 1. FC Nürnberg mit seinem Trainer-Star Miroslav Klose nun wirklich nicht. Immer wieder wurden von Sportvorstand Joti Chatzialexiou in Aussicht gestellte Zeitpläne zur Vollendung der neuen Zusammenarbeit wie etwa Weihnachten oder dann der Trainingsstart der Wintervorbereitung nicht umgesetzt.
Doch jetzt, unmittelbar vor dem Heimspiel in der 2. Fußball-Bundesliga am Freitagabend (18.30 Uhr/Sky) gegen den Karlsruher SC, beendeten der fränkische Traditionsverein und Klose die Hängepartie. Der Weltmeister von 2014 verlängerte seinen im Sommer auslaufenden Vertrag - dem Vernehmen nach bis Ende Juni 2028. Eine Vertragsdauer wurde nicht kommuniziert.
Klose und Chatzialexiou wollen den Club voranbringen
„Vom ersten Tag an hat sich Miro mit dem Club, der Region und den Menschen hier extrem identifiziert. Er genießt bei den Spielern, in der Vereinsführung und bei den Fans große Wertschätzung. Gemeinsam werden wir alles dafür tun, den Club weiter nach vorne zu bringen“, erklärte Chatzialexiou.
Klose sprach in der Pressemitteilung ebenfalls davon, dass man zusammen den Club weiterentwickeln wolle. „An unserem gemeinsamen Weg habe ich nie gezweifelt. Ich schätze ihn und die Zusammenarbeit mit ihm sehr“, äußerte der frühere Weltklassestürmer.
Für Klose war es „nie der Faktor Zeit“
Doch auf der Pressekonferenz zum Heimspiel gegen Karlsruhe räumte Klose auch Komplikationen auf dem Weg zu seiner Unterschrift ein. „Wir waren in konstruktiven Gesprächen. Man muss die Dinge aufarbeiten, ich bin so als Mensch. Hier ist nicht alles optimal gelaufen, das wissen wir“, sagte der frühere Stürmer des FC Bayern, der im Sommer 2024 Club-Trainer geworden war.
„Wir müssen aber miteinander sprechen und Dinge aufarbeiten. Das war für mich entscheidend, dass wir am gleichen Strang ziehen. Das Gefühl hatte ich. Für mich war es nie der Faktor Zeit, sondern für mich war es die Bereitschaft, diese Energie, die ich bei den Leuten verspüren möchte, Dinge positiv zu verändern“, erläuterte Klose weiter.
Zuletzt hatte sich der 47-Jährige verstimmt gezeigt über die Kaderplanung bei den Franken, was Zweifel an seiner Zukunft genährt hatte. Chatzialexiou hatte schließlich das Ziel Platz eins bis sieben für diese Saison ausgegeben. Dafür wollte Klose auch den passenden Kader bekommen. „Wichtig ist, dass man am Schluss zusammenkommt“, sagte Klose nun. „Ich mache meinen Job richtig gerne hier. Es war nur eine Frage der Zeit, bis ich verlängere.“
Was passiert mit Pinola?
Nachdem Kloses Personalie endlich geklärt ist, dürfte sein Assistent Javier Pinola an der Reihe sein. „Ich hoffe sehr, das ist aber unabhängig von mir“, antwortete Klose auf die Frage zu einem neuen Vertrag für den Argentinier, der wie sein Boss im Sommer 2024 verpflichtet worden war. Zudem ist Klose weiter „in Gesprächen“ über einen zusätzlichen Co-Trainer.
Für Club-Fans wäre ein Dreier am Freitagabend sicher der nächste gute Grund zur Freude. Aber nicht so schnell. „Das ist eine gefährliche Mannschaft, weil sie richtig viel aus Nichts machen kann“, warnte Klose vor den Karlsruhern und nannte exemplarisch Spieler wie den 2020er-Nürnberger Relegationsheld Fabian Schleusener oder Marvin Wanitzek.