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Großeinsatz in Bayern Knall auf der A3 - Führt die Spur zu Automatensprengern?

Polizisten entdecken nachts in einem Wagen auf der Autobahn 3 in Bayern mutmaßlichen Sprengstoff. Eine Frau und ein Mann werden festgenommen - und die Ermittler geben erste Hinweise zu Hintergründen.

Von dpa Aktualisiert: 30.01.2026, 13:22
Die Autobahn 3 wurde nach dem Fund in beide Richtungen gesperrt.
Die Autobahn 3 wurde nach dem Fund in beide Richtungen gesperrt. Armin Weigel/dpa

Wiesent - Nach der Sprengung eines mutmaßlich explosiven Funds in einem Wagen auf der Autobahn 3 in Bayern gehen Ermittler Spuren in die Geldautomatensprenger-Szene nach. Ein solcher Zusammenhang werde geprüft, sagte ein Sprecher des bayerischen Landeskriminalamts (LKA) der Deutschen Presse-Agentur. Ermittelt werde aber weiter in alle Richtungen. Hinweise auf einen politischen Hintergrund gab es zunächst nicht.

Die Fahrerin des Wagens und ihr Beifahrer sollten am Freitagnachmittag einem Ermittlungsrichter am Amtsgericht Nürnberg vorgeführt werden. Dort sollte eine Entscheidung über eine mögliche Untersuchungshaft gegen die beiden fallen. Die Ermittlungen liefen laut LKA wegen des Verdachts auf Vorbereitung eines Explosionsverbrechens und Verstößen gegen das Sprengstoffrecht.

Polizisten fanden mutmaßlichen Sprengstoff bei nächtlicher Kontrolle

Polizisten hatten das Auto in der Nacht auf Freitag auf der A3 bei Wiesent (Landkreis Regensburg) kontrolliert. Ob es sich um eine verdachtsunabhängige oder gezielte Kontrolle handelte, blieb zunächst unklar. Im Wagen entdeckten die Beamten gegen 2.00 Uhr morgens kurz vor der Ausfahrt Wiesent/Wörth an der Donau „sprengstoffverdächtige Gegenstände“. Ein größeres Polizeiaufgebot sicherte den Einsatzort daraufhin großräumig ab.

Wegen der vermuteten Explosionsgefahr wurden Spezialisten des Landeskriminalamts aus München angefordert. Die kamen am Morgen vor Ort zu dem Schluss, dass die verdächtigen Gegenstände zu gefährlich für einen Transport nach München wären - und sprengten den Fund kontrolliert an Ort und Stelle. Die Detonation sei um 8.45 Uhr erfolgt, sagte ein Polizeisprecher vor Ort. „Es war ein lauter Knall.“ 

Die Experten des Landeskriminalamts nahmen die Reste des gesprengten Funds mit nach München. Unklar blieb zunächst, welche Gegenstände genau in dem Wagen gefunden worden waren. Die Reste der Detonation sollen in den kommenden Tagen und Wochen am kriminaltechnischen Institut untersucht werden, sagte ein LKA-Sprecher.

Sperrung führt zu langen Staus

Wegen des Großeinsatzes war die Autobahn 3 im Landkreis Regensburg am Freitag stundenlang, auch während der Hauptverkehrszeit, in beide Richtungen gesperrt. Auf der A3 und der nahegelegenen Bundesstraße 8 mussten Autofahrerinnen und Autofahrer wegen Staus viel Geduld mitbringen. 

Erst am späteren Vormittag rollte der Verkehr zumindest wieder in eine Fahrtrichtung, sagte eine Polizeisprecherin. Rund um den Fundort waren Beamte aber immer noch mit der Suche nach weiteren Spuren beschäftigt. In Richtung Passau konnte der Verkehr deshalb erst gegen Mittag wieder rollen.