Katastrophenschutz Leiter des Katastrophenschutz-Referats bekommt neue Aufgabe
Nach dem tagelangen Stromausfall in Berlin gab es viel Kritik am Katastrophenschutz. Der zuständige Referatsleiter in der Innenverwaltung soll neue Aufgaben bekommen.

Berlin - Der bisherige Leiter des für den Katastrophenschutz zuständigen Referats in der Berliner Innenverwaltung, Karsten Göwecke, soll eine neue Aufgabe übernehmen. Das teilte die Senatsverwaltung für Inneres auf dpa-Anfrage mit.
Göweke habe das Projekt Kompetenzzentrum für Bevölkerungsschutz und Krisenmanagement (KBK) in der Aufbauphase durchgeführt, sagte die Sprecherin der Innenverwaltung, Sabine Beikler. Es sei jetzt abgeschlossen. „Herr Göwecke wird künftig eine anderweitige, projektbezogene Verwendung wahrnehmen.“ Zuvor hatte der „Tagesspiegel“-Newsletter „Checkpoint“ über das Thema berichtet.
Göwecke war seit 2007 stellvertretender Landesbrandmeister in der Berliner Feuerwehr und wechselte 2022 in die Innenverwaltung. Er sollte dort als Projektleiter die Einrichtung eines Landesamtes für Katastrophenschutz vorbereiten und dessen Leitung übernehmen. Bisher gibt es eine solche eigenständige Katastrophenschutzbehörde weiterhin nicht.
Drei Dutzend Behörden für den Katastrophenschutz
In Berlin sind gut drei Dutzend Behörden für den Katastrophenschutz zuständig, neben Feuerwehr und Polizei, die zwölf Bezirke, Senatsverwaltungen und weitere Einrichtungen.
Nach dem tagelangen Stromausfall im Südwesten Berlins, von dem Anfang Januar mehr als 100.000 Menschen betroffen waren, hatte es immer wieder Kritik am Krisenmanagement und auch an den Strukturen des Katastrophenschutzes in der Hauptstadt gegeben.
Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) hatte mehrfach dafür plädiert, die bestehenden Strukturen zu ändern und auf die Bedeutung einer gesamtstädtischen Steuerung bei Großlagen wie dem Stromausfall hingewiesen.
Auch aus Sicht von Innensenatorin Iris Spranger (SPD) sind Konsequenzen aus den Erfahrungen mit dem Stromausfall nötig. Berlinweit müsse es künftig ein gleiches Level beim Katastrophenschutz geben, bis hin zur technischen Ausstattung, forderte sie. Nach der Senatssitzung am Dienstag hatte sie in dem Zusammenhang zusätzliches Geld und mehr Personal für den Katastrophenschutz in sämtlichen Bezirken in Aussicht gestellt.