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Wildtiere Liebestolle Luchse tappen in Fotofallen

Auf Brautschau erwischt: Dank Fotofallen gibt es Schnappschüsse von Luchsen aus Thüringens Wäldern. Warum gerade jetzt die Chancen auf Luchsnachwuchs steigen.

Von dpa 27.02.2026, 10:24
In der freien Wildbahn erreicht die Ranzzeit bei den Luchsen ihren Höhepunkt. (Symbolbild)
In der freien Wildbahn erreicht die Ranzzeit bei den Luchsen ihren Höhepunkt. (Symbolbild) Martin Schutt/dpa

Erfurt - Die Paarungszeit beschert derzeit etliche Nachweise von Luchsen in Thüringen. Denn im Februar erreiche die sogenannte Ranzzeit bei den Wildtieren ihren Höhepunkt, teilte der Thüringer Landesverband des BUND mit. Gerade die männlichen Tiere streiften deshalb verstärkt umher und markierten ihre Reviere, wobei sie in sogenannte Fotofallen tappen. So können auch die Luchse aus einem Auswilderungsprojekt, bei dem der BUND Thüringen mitwirkt, abgelichtet werden.

„Durch den Einsatz der Fotofallen können wir unsere Luchse auch nach Ausfall der Halsbandsender zuverlässig nachweisen“, sagt Markus Port, Luchsexperte des BUND Thüringen. „Besonders gut gelingt dies während der Paarungszeit, wenn insbesondere die Kuder weite Strecken zurücklegen. Auf den Ausgang der Paarungszeit sind wir sehr gespannt!“ Sollte es im Frühjahr dann tatsächlich Nachwuchs bei den Luchsen geben, könnte diese „mit etwas Glück“ ab dem Spätsommer auch in die Fotofallen tapsen, so Port. 

Netzwerken für bedrohte Pinselohren

Nachwuchs gilt als großer Erfolg, um die Art zu erhalten. Denn der Luchs gilt in Deutschland als vom Aussterben bedroht. Bundesweit leben laut BUND Thüringen weniger als 200 erwachsene Tiere in voneinander isolierten Populationen.

Auch um diese Populationen durch Auswilderungen zu vernetzten, arbeitet der BUND Thüringen bei dem vom Thüringer Umweltministerium geförderten Gemeinschaftsprojekt „Luchs Thüringen – Europas Luchse vernetzen“ unter anderem mit dem WWF, ThüringenForst, und dem Wildkatzendorf Hütscheroda zusammen. Insgesamt soll der Luchsbestand in Mitteleuropa so gestärkt werden. Etliche der Luchse, die innerhalb des Projekts im Thüringer Wald ausgewildert wurden, stammen aus dem Erhaltungszuchtprogramm der European Association of Zoos and Aquaria (EAZA).

Für das laufende Jahr seien ebenfalls Auswilderungen geplant. „Auf diese Weise soll das noch kleine Luchsvorkommen im Thüringer Wald auf eine stabile Größe anwachsen“, erklärt Max Boxleitner, Projektleiter beim WWF.