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Erinnern Mehr Besucher in Sachsen-Anhalts Gedenkstätten

Die Gedenkstätten zu NS-Verbrechen und zur DDR-Zeit sind stärker besucht worden im vergangenen Jahr. Schülergruppen haben dazu beigetragen. Das Wachstum hat aber klare Grenzen.

Von dpa 27.01.2026, 04:02
Die Gedenkstätte für Opfer der NS-"Euthanasie" Bernburg. Hier wurden von 1940 bis 1943 Tausende Patientinnen und Patienten aus Heil- und Pflegeanstalten sowie Häftlinge aus Konzentrationslagern ermordet. (Archivbild)
Die Gedenkstätte für Opfer der NS-"Euthanasie" Bernburg. Hier wurden von 1940 bis 1943 Tausende Patientinnen und Patienten aus Heil- und Pflegeanstalten sowie Häftlinge aus Konzentrationslagern ermordet. (Archivbild) Heiko Rebsch/dpa

Magdeburg - Es sind viele Schulklassen, aber auch interessierte Einzelbesucher: Die Stiftung Gedenkstätten Sachsen-Anhalt hat im vergangenen Jahr in ihren sieben Einrichtungen an neun Standorten mehr Besucher begrüßt. Zusammen seien es 151.000 Personen gewesen nach 145.100 im Jahr zuvor, sagte Stiftungsdirektor Kai Langer. 

Bei auswärtigen und digitalen Aktivitäten der Gedenkstätten wurden zusätzlich rund 17.200 Menschen erreicht nach 12.900 im Jahr 2024. Zu den Aktivitäten gehört die international angelegte Wanderausstellung „Das Reichskriegsgericht 1936 bis 1945. Nationalsozialistische Militärjustiz und Bekämpfung des Widerstands in Europa“. Sie geht Schicksalen von Menschen nach, die Widerstand gegen das NS-System leisteten und verurteilt wurden. Die Ausstellung wurde laut Langer nach Halle in Warschau gezeigt, gefolgt von Berlin und demnächst Oslo.

Unter dem Dach der Stiftung arbeiten sieben teils sehr unterschiedliche Gedenkstätten zusammen. Zu ihnen gehören etwa die Gedenkstätte Feldscheune Isenschnibbe Gardelegen und die Gedenkstätte für die Opfer des KZ Langenstein-Zwieberge, der „Rote Ochse“ in Halle und die Gedenkstätte Moritzplatz in Magdeburg, aber auch die Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn am ehemals größten deutsch-deutschen Grenzübergang.

Schülergruppen machen Großteil der Besucher aus

In den meisten Gedenkstätten seien 60 bis 80 Prozent der Besucher Schülergruppen. Gefördert werden diese Fahrten von der Landeszentrale für politische Bildung. Wie diese mitteilte, gab es im vergangenen Jahr eine deutliche Steigerung bei den Fahrten. Allein an den gut 480 Fahrten von Jugendgruppen hätten etwa 10.000 Schülerinnen und Schüler teilgenommen. Ziele der Fahrten seien Gedenkstätten im Land, aber auch Buchenwald, Auschwitz, Treblinka und Theresienstadt gewesen.

Langer wies auf die begrenzten Kapazitäten in den Gedenkstätten in der Stiftung hin, Besuchergruppen zu begleiten und zu betreuen. Zum einen fehle die Platzkapazität, weil die historischen Orte dafür nicht ausgelegt seien. Zum anderen fehle das Personal. In der Regel arbeiteten in einer Gedenkstätte drei Personen, davon ein Leiter und ein Pädagoge. In der Gedenkstätte für Opfer der NS-„Euthanasie“ Bernburg, die sehr zentral gelegen sei im Land, gebe es jetzt schon Anmeldungen für das Jahr 2027.