Wohnen

Mieten für Studentenwohnungen in Hochschulstädten steigen

Das Geld in der Studentenzeit ist oft knapp, Wohnen in den Hochschulstädten aber nicht unbedingt günstig. Die Lage könnte sich nach Expertenmeinung weiter anspannen.

Von dpa 22.09.2021, 13:47 • Aktualisiert: 23.09.2021, 23:59
Verschiedenfarbige Schilder weisen den Weg zu den Eingängen in einem Studentenwohnheim.
Verschiedenfarbige Schilder weisen den Weg zu den Eingängen in einem Studentenwohnheim. Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

Göttingen/Wiesloch - Die Mieten für Studentenwohnungen in einigen Städten in Niedersachsen und Bremen sind leicht angestiegen. Zu diesem Ergebnis kommt der am Mittwoch vorgestellte Studentenwohnreport 2021 des Finanzdienstleisters MLP und dem Institut der deutschen Wirtschaft (IW), für den die Preise in Göttingen, Hannover und Bremen ausgewertet wurden.

In Göttingen lag die Warmmiete mit 524 Euro für eine 30 Quadratmeter große Musterwohnung in Hochschulnähe im oberen Mittelfeld. Die Kosten stiegen im zweiten Quartal 2021 den Angaben zufolge um 1,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Hannover mit 472 (plus 1,0 Prozent) sowie Bremen mit 471 Euro (plus 0,1 Prozent) finden sich im unteren Mittelfeld wieder. In der repräsentativen Studie wurden 30 Hochschulstandorte in ganz Deutschland ausgewertet. Bundesweit stiegen die Kosten um 1,8 Prozent. Am teuersten sind die Mieten in München, am günstigsten in ostdeutschen Städten.

An allen drei Standorten in Niedersachsen und Bremen stieg die Zahl der angebotenen WG-Zimmer und kleinen Wohnungen im Wintersemester 2020/21 demnach. Als mögliche Gründe nannte Michael Voigtländer vom IW, dass wegen Corona einige ihr Studium aufgeschoben hätten oder Studenten wegen digitaler Lehrangebote öfter in das Umland zögen. Trotz der vorläufigen Entspannung sei „das Niveau der Anzeigen je Studierendem nach wie vor niedrig“, heißt es in dem Report. Es sei damit zu rechnen, dass nach der Pandemie die Zahl der Umzüge sowie die internationale Zuwanderung wieder zunehme.

In Göttingen, wo die Lehrveranstaltungen des Wintersemesters am 25. Oktober beginnen, ist die Warteliste laut Studentenwerk in etwa so lang wie vor der Pandemie. „Das inländische Interesse hat sich erholt“, sagte Sprecherin Anett Reyer-Günther. In Göttingen gibt es in etwa 4800 Wohnplätze. Für das anstehende Wintersemester wurden gut 700 neue Mietverträge abgeschlossen.

Auch bei Bremer Wohnheimen steigt die Nachfrage wieder an. „Wir haben mehr Anfragen als Unterkunftsplätze“, sagte Hauke Kieschnick, Geschäftsführer des Studierendenwerks. Zum 1. Oktober seien sämtliche der knapp 1900 Unterkunftsplätze in Bremen und Bremerhaven vermietet. Etwa 1000 Studierende stünden aktuell auf der Warteliste, Tendenz steigend.

Beim Studentenwerk Ostniedersachsen, das unter anderem in Braunschweig, Wolfsburg und Hildesheim Wohnheime betreut, sind nach eigenen Angaben derzeit von 4630 Plätzen noch rund 300 frei. Regional gebe es Unterschiede: An großen Standorten wie Braunschweig und Hildesheim sei die Auslastung höher. Die Nachfrage sei auch hier in etwa so hoch wie vor der Pandemie, derzeit lägen mehr Anträge vor als Zimmer zur Verfügung stünden. Nach Worten von Sprecherin Christiane Thoroe halten sich aber viele Studierende gleichzeitig mehrere Optionen offen.