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Nach tödlichem Angriff Minister: Gewalt gegen Zugbegleiter auch in Thüringen

Wie können Zugbegleiter besser vor Gewalt geschützt werden? Diese Frage spielte auch im Thüringer Landtag eine Rolle. Dabei geht es auch um Geld für mehr Sicherheit.

Von dpa Aktualisiert: 05.02.2026, 18:01
Angriffe auf Zugbegleiter und Fahrkartenkontrolleure auch in Thüringen (Archivbild).
Angriffe auf Zugbegleiter und Fahrkartenkontrolleure auch in Thüringen (Archivbild). Martin Schutt/dpa

Erfurt/München - Zugbegleiter und Fahrkartenkontrolleure sind nach Einschätzung von Verkehrsminister Steffen Schütz (BSW) Gewalt und Hass ausgesetzt. „Dieser Mord hätte auch in Thüringen passieren können“, sagte Schütz nach dem tödlichen Angriff auf einen Zugbegleiter in Rheinland-Pfalz im Thüringer Landtag in Erfurt. Es sei die Aufgabe der gesamten Gesellschaft, achtsam zu sein und ein Zeichen der Solidarität zu setzen. „Ich und die Landesregierung werden das tun.“

Die Verkehrsminister der Länder wollen nach dem tödlichen Vorfall über mehr Schutz für Mitarbeiter im Nahverkehr beraten. Das kündigte der Vorsitzende der Ministerkonferenz, Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU), in einer Mitteilung an. Geplant seien die Beratungen am 25. und 26. März in Lindau am Bodensee, sagte eine Sprecherin des bayerischen Verkehrsministeriums. 

Landesmittel für Sicherheitspersonal aufgestockt 

Der Chef der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), Martin Burkert, hatte nach dem tödlichen Angriff von den Ländern vor allem Geld für eine Doppelbesetzung in Regionalzügen gefordert - damit nicht ein Mitarbeiter allein im Zug unterwegs sein muss. 

Zum Schutz von Bahnpersonal vor Gewaltdelikten hat Thüringen nach Ministeriumsangaben die Haushaltsmittel für Sicherheitspersonal in Zügen aufgestockt. In diesem und im nächsten Jahr stehen jeweils mehr als 1,7 Millionen Euro für Bahnunternehmen zur Verfügung, damit diese mehr Sicherheitspersonal finanzieren können, teilte ein Sprecher des Verkehrsministeriums auf Anfrage mit. Im vergangenen Jahr waren es noch rund 1,15 Millionen Euro. Bereits seit Mai 2024 finanziere das Land zusätzliches Sicherheitspersonal für die Unternehmen.

Vorgaben für Personal und Videokameras

In neuen Verkehrsverträgen zwischen Land und Verkehrsunternehmen werde den Unternehmen Videokameras und eine verbindliche Quote für Sicherheitspersonal in Zügen vorgegeben. Demnach müssen die Unternehmen auf insgesamt fast einer Million Fahrplankilometer über alle Linien hinweg zusätzliches Sicherheitspersonal vorhalten. In welchen Zügen und auf welchen Strecken das geschieht, müssen die Bahnunternehmen entscheiden.