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Fußball-Bundesliga Nach Woltemade-Abschied: VfB jubelt gegen Gladbach

Nationalstürmer Nick Woltemade hat die Stuttgarter verlassen. Ohne den Angreifer fehlen zuweilen Kreativität und Durchschlagskraft. Am Ende entscheidet ein Standard die Partie - für den VfB.

Von Maximilian Wendl, dpa 30.08.2025, 17:35
Musste verletzt vom Feld: Deniz Undav
Musste verletzt vom Feld: Deniz Undav Markus Lenhardt/dpa

Stuttgart - Erst der Transferrekord, dann das erste Erfolgserlebnis in dieser Bundesliga-Saison: Der VfB Stuttgart hat auf den Abschied von Fußball-Nationalstürmer Nick Woltemade mit einem sportlichen Ausrufezeichen geantwortet und Borussia Mönchengladbach knapp mit 1:0 (0:0) bezwungen.

Der Trubel um Woltemade, dessen Abschied in Richtung England zu Newcastle United laut Trainer Sebastian Hoeneß ein „herber Verlust“ ist, hatte Einfluss auf das zuweilen ideenlose Offensivspiel der Stuttgarter. Dennoch durften sie nach dem Siegtor von Chema Andrés per Kopf jubeln (79. Minute). Der Borussia fehlte vor 60.000 Zuschauern die nötige Durchschlagskraft, um zum ersten Torerfolg in dieser Spielzeit zu kommen.

Die Spieler des VfB wirkten indes erleichtert, dass nun Klarheit herrscht. „Es ist für beide Seiten gut - und jetzt ist endlich mal Ruhe mit den ganzen Woltemade-Hin-und-Her“, sagte Jamie Leweling in einem DAZN-Interview vor dem Spiel.

Khedira: „Richtig gehandelt“

Die Stuttgarter bekommen für den 23 Jahre alten Stürmer mehr Geld als je zuvor für einen Spieler: Bis zu 90 Millionen Euro zahlt der Premier-League-Club, gekommen war Woltemade von Werder Bremen ablösefrei. Auch deswegen befand der frühere VfB-Mittelfeldakteur Sami Khedira: „Dieses Geld nach so einer kurzen Zeit bekommst du wahrscheinlich nie wieder, deswegen hat der VfB meiner Meinung nach richtig gehandelt.“

Angestachelt von einer sehenswerten Choreografie der eigenen Anhänger suchten die Gastgeber in der Anfangsphase direkt den Weg zum Tor. Lewelings Abschluss wurde jedoch abgefälscht (2.).

Mit Blick auf die Offensive ereilte die Schwaben zehn Minuten später eine weitere schlechte Nachricht: Deniz Undav, kürzlich von Bundestrainer Julian Nagelsmann nicht für die Länderspiele in der Slowakei und gegen Nordirland berücksichtigt, musste mit einer Knieverletzung ausgewechselt werden. Für ihn kam Chris Führich, der sich sofort ins Angriffsspiel einzuschalten wusste. Sein Pass in die Tiefe erreichte Tiago Tomás, der bei der besten VfB-Möglichkeit im ersten Durchgang allerdings an Moritz Nicolas scheiterte (17.).

Nübel leitet unfreiwillig ein und rettet

Die Gäste hatten sich am ersten Spieltag torlos von Aufsteiger Hamburger SV getrennt. In Stuttgart wurden sie zunächst eher selten gefährlich - und wenn, dann nur dank der Mithilfe des VfB oder bei ruhenden Bällen. 

Ein misslungener Pass im Spielaufbau von Torhüter Alexander Nübel brachte Lukas Ullrich in eine gute Schussposition. Der aufgerückte Außenverteidiger setzte seinen Versuch jedoch zu hoch an (22.), drei Minuten später parierte Nübel nach einem Freistoß den Kopfball von Philipp Sander. Kurz nach dem Seitenwechsel verpasste Kevin Stöger die Führung für die Borussia (51.).

Auf der Gegenseite prüfte Leweling als auffälligster VfB-Profi Nicolas mit einer scharfen Hereingabe (59.). Insgesamt fehlten dem Spiel der Hausherren jedoch Kreativität und Spielwitz. So musste ein Standard her, den Neuzugang Chema Andrés vollendete.

Mit Woltemade und Enzo Millot, der sich in der Sommerpause Al-Ahli angeschlossen hatte, fehlen den Schwaben nun aber schon zwei zentrale Leistungsträger der Vorsaison. Für diese eine Partie könne das schon kompensiert werden, hatte Hoeneß gemeint. Doch seine Forderung in Richtung der Club-Bosse war unmissverständlich: Bis zum Ende der Wechselfrist am Montagabend müssten noch Verstärkungen her, um die gesteckten Ziele zu erreichen. 

Wehrle äußert Verständnis nach Hoeneß-Aussagen

Vorstandschef Alexander Wehrle reagierte vor dem Anpfiff bei Sky auf die Worte des Trainers: „Ich verstehe die Perspektive aus sportlicher Sicht total. Es ist doch klar, dass er wahnsinnig gerne mit Nick weitergearbeitet hätte - wir auch. Aber wenn dann eine Größenordnung erreicht ist, haben wir eine Gesamtverantwortung für den Verein.“ 

Nun gehe es darum, Lösungen zu finden. Zwar drängt die Zeit, Wehrle zeigte sich jedoch gelassen - zumindest nach außen. „Ich bin davon überzeugt, dass wir bis zum Ende der Transferperiode da auch noch gute Lösungen präsentieren werden“, sagte er und verwies darauf: „Es ist jetzt nicht so, dass wir bei null anfangen.“