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Imagekampagne Nordisch nüchtern? Niedersachsen soll weg vom Understatement

Industriepower und touristische Vielfalt: Niedersachsen will mit einer neuen Zehn-Millionen-Euro-Kampagne überraschen. Kommt auch ein neuer Slogan?

Von dpa 20.02.2026, 05:00
Sonne, Meer und Strand: Viele Menschen verbinden mit Niedersachsen beliebte Reiseziele. (Archivbild)
Sonne, Meer und Strand: Viele Menschen verbinden mit Niedersachsen beliebte Reiseziele. (Archivbild) Hauke-Christian Dittrich/dpa

Hannover - Niedersachsen soll sich mit der geplanten neuen Imagekampagne mutiger präsentieren als bisher. Das kündigte Vize-Regierungschefin Julia Willie Hamburg an. „Wir täten gut daran, häufiger über unsere Stärken zu sprechen, auch wenn es unserem Naturell nicht so sehr entspricht“, sagte die Grünen-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur.

„Ich glaube, dass unser Bundesland zu einem starken Understatement neigt und das eigentlich nicht müsste“, sagte Hamburg weiter. „Wir sind nordisch nüchtern und zufrieden damit, dass alles läuft. Die Vielfalt und die wirtschaftliche Stärke, die wir im Land haben, tragen wir nicht so sehr nach außen. Insofern werden unsere Stärken auch nicht so sehr wahrgenommen.“ 

Was wird aus „Niedersachsen. Klar.“?

Die rot-grüne Landesregierung bereitet derzeit eine Standortkampagne vor, die in diesem Sommer beginnen soll. Dafür stehen dieses und nächstes Jahr insgesamt bis zu zehn Millionen Euro bereit. Den Zuschlag erhielt die Berliner Werbeagentur Scholz & Friends. 

Das Ziel ist es laut Staatskanzlei, Niedersachsen attraktiver zu machen „für diejenigen, die hier wohnen, und für diejenigen, die zum Arbeiten herkommen, oder für die, die hier investieren wollen“. Denkbar ist, dass dafür auch der Slogan „Niedersachsen. Klar.“ abgelöst wird. Entschieden ist das noch nicht.

Auf die Frage, ob die neue Imagekampagne provokant wird, sagte Hamburg: „Ja, vielleicht. Lassen Sie sich überraschen, es wird auf jeden Fall Aufmerksamkeit erzeugen.“

„Industriepower mit globaler Strahlkraft“

Einen Lieblings-Slogan wollte die Kultusministerin nicht nennen. „Ich fand den Vorschlag "Niedersachsen. Voller Energie." richtig gut. Da ich aber schon weiß, in welche Richtung es geht, äußere ich mich nicht weiter dazu. Das wäre jetzt Wettbewerbsverzerrung“, sagte sie. Es werde vor allem darum gehen, die wirtschaftliche und touristische Stärke nach vorne zu stellen.

Ihr selbst gefalle an Niedersachsen besonders die Vielfalt des Landes: „Ich bin in einer Stunde im Harz, am Meer oder in der Heide“, sagte Hamburg. Außerdem stehe Niedersachsen für „Industriepower mit globaler Strahlkraft“ und sei das Land der Energiewende. „Wir müssen unser Licht nicht unter den Scheffel stellen“, sagte die stellvertretende Ministerpräsidentin.

Eine bundesweite Umfrage kam dagegen zuletzt zu dem Schluss, dass viele Deutsche mit Niedersachsen zwar schöne Landschaften und Bodenständigkeit verbinden, aber auch wirtschaftliches Mittelmaß und Langeweile. So gaben 28 Prozent der rund 1.200 Befragten an, keine oder kaum eine Vorstellung von Niedersachsen zu haben. In Auftrag gegeben hatte die Befragung des Instituts für Demoskopie Allensbach der Arbeitgeberverband Niedersachsenmetall.