Unterstützungsangebote Ombudsstelle der Kinder- und Jugendhilfe mit 270 Beratungen
Wenn Kinder, oder Eltern bei der Jugendhilfe nicht weiterwissen, hilft die Ombudsstelle. Warum perspektivisch ein Ausbau des Angebots geplant ist.

Magdeburg/Stendal - Die Ombudsstelle der Kinder- und Jugendhilfe wird immer häufiger in Anspruch genommen. Seit Beginn des Angebots im Jahr 2020 sei die Zahl der Beratungen von 35 auf rund 270 im vergangenen Jahr gestiegen, teilte das Sozialministerium mit. Der Umfang der Beratungen variiere je nach Fall, Anfragen kommen demnach aus allen Teilen Sachsen-Anhalts.
Die vom Verein KinderStärken getragene unabhängige Beratungs- und Beschwerdestelle bietet jungen Menschen und ihren Familien Unterstützung, Informationen und Vermittlung bei Konfliktsituationen mit der Kinder- und Jugendhilfe. „Kommunikationsprobleme, eine unzureichende Beteiligung und teilweise unvollständig eingelöste Rechtsansprüche bilden den Hintergrund der meisten ombudschaftlichen Anfragen“, erklärte Martin Blasche, fachlicher Leiter der Ombudsstelle.
Ministerin: Vertrauliche Unterstützung
„Die Strukturen der Kinder- und Jugendhilfe können für Betroffene undurchsichtig sein, die Entscheidungen sind aber oft weichenstellend für den künftigen Lebensweg“, hob Sozialministerin Petra Grimm-Benne (SPD) hervor. Die Ombudsstelle leiste vertrauliche und kompetente Unterstützung. „Ombudschaftliche Beratung stärkt junge Menschen und Familien darin, ihre Interessen zu vertreten und sich aktiv in Prozesse der Kinder- und Jugendhilfe einzubringen.“
Ausbau geplant
Das Land fördert die Ombudsstelle nach Ministeriumsangaben 2026 mit rund 387.000 Euro. Derzeit gebe es zwei Standorte in Stendal und Magdeburg. Beraten werde vor allem telefonisch oder digital, sei aber auch an den Standorten oder an geeigneten Orten möglich. Ein weiterer Standort soll perspektivisch in Halle entstehen.