Stromausfall in Berlin Polizeigewerkschafter: Infrastruktur braucht besseren Schutz
Kann Videoüberwachung Berlins Infrastruktur besser schützen? Nach dem Blackout wird über zusätzliche Maßnahmen diskutiert. Das ist dringend notwendig, sagt Polizeigewerkschaftschef Rainer Wendt.

Berlin - Die Verwundbarkeit der kritischen Infrastruktur in Deutschland ist aus Sicht des Bundesvorsitzenden der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, offensichtlich. Am Flughafen könne ein Maschendrahtzaun mit einer Zange durchtrennt werden, bei der Bahn reiche es, einen Deckel zur Seite zu schieben, um an Kabel zu gelangen, sagte er der „Berliner Zeitung“. „Unsere Infrastruktur muss besser geschützt werden als die Sparkassenschließfächer in Gelsenkirchen“, so der Gewerkschaftschef.
Durch einen Brandanschlag auf eine Kabelbrücke erlebte Berlin den größten Blackout in der Berliner Nachkriegsgeschichte. Verantwortlich sind vermutlich Linksextremisten. Betroffen waren rund 100.000 Menschen im Südwesten der Hauptstadt. Am Mittwoch konnte der Schaden behoben werden.
Senat will mehr Orte per Video überwachen
Nach Angaben der für Energie zuständigen Senatorin Franziska Giffey (SPD) will der Berliner Senat nun neuralgische Punkte stärker per Video und Künstlicher Intelligenz (KI) überwachen. Allerdings steht der Datenschutz Kameras im öffentlichen Raum oft entgegen. Allerdings glaubt der Senat, mit dem Polizeigesetz eine rechtliche Grundlage zu haben.
Aus Sicht von Wendt ist der Zustand der kritischen Infrastruktur kein neues Problem. Videokameras könnten zwar bei der Aufklärung helfen, aber keine Anschläge verhindern. Dafür bräuchte es Anlagen mit robuster Sicherung, sagte er der Zeitung.