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Tiere Projekt „Wildtiernah“: Über 600 Anfragen in drei Monaten

Wie reagiert man richtig, wenn man einen verletzten Fuchs oder Schwan entdeckt? Rat gibt es bei „Wildtiernah Berlin“. Das Projekt zieht eine erste Bilanz und gibt Tipps für den Umgang mit Wildtieren.

Von dpa 17.02.2026, 05:00
Besonders viele Anfragen bei „Wildtiernah“ gab es unter anderem zu Füchsen. (Symbolbild)
Besonders viele Anfragen bei „Wildtiernah“ gab es unter anderem zu Füchsen. (Symbolbild) Britta Pedersen/dpa

Berlin - Ob Beratungen zu verletzten Wildtieren oder Hilfe beim Umgang mit ihnen: Das Projekt „Wildtiernah Berlin“ hat seit seinem Start vor drei Monaten in Berlin bereits zahlreich unterstützt. „Insgesamt wurden wir bislang in über 600 Fällen für Beratungen als auch für tierärztliche Behandlungen kontaktiert“, sagte eine Sprecherin auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. 

Das Projekt des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) startete vergangenen November mit dem Ziel, eine zentrale Anlaufstelle für Wildtierfragen in Berlin zu schaffen. Gefördert wird es von der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt. In dem neunköpfigen Team arbeiten demnach Tierärzte, Wildtierberater, Kommunikationsexperten sowie eine Koordinatorin.

Anfragen zu mehr als 20 Tierarten

Die Resonanz aus der Bevölkerung sei groß und sowohl die Hotline als auch die Beratung per E-Mail würden stark genutzt. Zudem kümmern sich die Tierärzte auch direkt um wilde Tiere. So betreuen sie etwa Igel oder Fledermäuse in Auffangstationen und behandeln kranke Tiere in einer fahrbaren Klinik, dem Wildtiermobil. Seit November seien es mehr als 250 verletzte oder hilfsbedürftige Wildtiere gewesen, um das sich das Team gekümmert habe. 

Insgesamt erhielten sie Anfragen zu mehr als 20 verschiedenen Arten - die Bandbreite reiche von Bibern über Greifvögel bis hin zu Wildschweinen. Besonders häufig gab es demnach Fragen zu Füchsen, Schwänen, Stadttauben und Waschbären.

Kalte Winter: Heimische Arten gut angepasst

In den Start von „Wildtiernah Berlin“ fiel auch eine Zeit mit teils sehr niedrigen Temperaturen sowie Schnee und Frost. „Kalte Winter sind für Wildtiere immer eine Herausforderung, aber die meisten heimischen Arten sind gut angepasst“, sagte die Sprecherin. 

Bei längeren Kälteperioden könne es jedoch für kranke, geschwächte oder sehr junge Tiere schwieriger werden, ausreichend Nahrung zu finden. Seien die Tiere geschwächt, seien sie auch anfälliger für Krankheiten. In diesem Winter betreffe in Berlin derzeit vor allem Höckerschwäne die Vogelgrippe. Zuletzt waren einige tote Schwäne auf vereistem Wasser gefunden worden, etwa im Landwehrkanal.

Wasservögel nicht füttern

„Tote oder apathisch wirkende Vögel sollten nicht berührt werden“, warnte die Sprecherin. Außerdem sollten die Funde den zuständigen Veterinärämtern gemeldet werden. Aber nicht jedes Tier, das man im Winter sehe, brauche Hilfe. Manchmal säßen Tiere auch quasi regungslos auf dem Eis, um Energie zu sammeln. Deswegen gelte bei Unsicherheit: „anrufen und beraten lassen“, sagte sie.

Grundsätzlich sollten Wasservögel nicht gefüttert werden, für sie gelte in Berlin ein Fütterungsverbot. „Brot beispielsweise ist sehr schädlich für Wasservögel wie Schwäne und überhaupt keine Unterstützung im Winter“, sagte die Sprecherin. Zudem führten Fütterungen zu einer größeren Ansammlung der Vögel, weswegen sich die Tiere leichter mit Vogelgrippe anstecken könnten. Generell gelte: „beobachten statt vorschnell eingreifen“. Die Interaktion mit Menschen bedeute für die meisten Wildtiere auch Stress.