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Hochschulen So will Thüringen das Bafög-Problem langfristig lösen

Seit längerer Zeit stauen sich in Thüringen die Bafög-Anträge. Nun soll das Problem bei der Wurzel gepackt werden.

Von dpa 02.02.2026, 13:02
Das Bafög sorgt in Thüringen schon länger für Ärger. (Archivbild)
Das Bafög sorgt in Thüringen schon länger für Ärger. (Archivbild) Andrea Warnecke/dpa

Erfurt - Thüringer Studierende sollen künftig wieder schneller ihr Bafög bekommen. Das Land will die Zahl der zu bearbeitenden Anträge langfristig deutlich reduzieren. Um das zu erreichen, sollen nur noch Bafög-Anträge in Thüringen bearbeitet werden, die auch von Studierenden mit Wohnsitz im Freistaat gestellt werden, wie das Wissenschaftsministerium mitteilte. Die Neuregelung betreffe nur Studierende an nichtstaatlichen Universitäten. Zuvor hatten die Funke Medien Thüringen berichtet.

Stau durch private Hochschule

Im Freistaat gibt es seit längerer Zeit einen Antragsstau mit teils langen Wartezeiten für Betroffene. Hintergrund ist, dass das Studierendenwerk seit einigen Jahren auch für alle Anträge der IU Internationale Hochschule mit ihren über 100.000 Studierenden in ganz Deutschland zuständig ist. Die IU hatte 2020 ihren Hauptsitz nach Erfurt verlegt. 

Künftig sollen die Fernstudenten nach den Plänen des Ministeriums in ihrem Heimatbundesland Bafög beantragen. Das sei eigentlich auch die bundesweite Regelung, größere Probleme erwarte das Ministerium mit der Änderung nicht, sagte ein Sprecher. In Thüringen würden dann noch geschätzt 2.000 bis 3.000 IU-Studierende übrigbleiben. 

Das ist der Zeitplan

Wenn alles glattläuft, sollen die Änderungen schon zum Sommersemester greifen. Dafür plant das Ministerium ein beschleunigtes Verfahren im Landtag. Schon vorliegende Anträge müssen aber noch in Thüringen abgearbeitet werden. Dazu wurden zuletzt 30 neue Stellen im Studierendenwerk geschaffen. Nur Neuanträge sollen dann in die jeweiligen Herkunftsländer gehen. 

Linke-Fraktionschef Christian Schaft signalisierte Offenheit für den Vorstoß. Denjenigen, die bereits einen Bafög-Antrag gestellt haben, helfe das aber wahrscheinlich nicht. „Für die kurzfristige Entlastung wäre eine zweite Lösung die pauschale Auszahlung eines Notfalldarlehens, sobald ein Antrag länger als drei Monate immer noch in der Bearbeitung ist“, sagte Schaft. Diesen Vorschlag habe seine Fraktion bereits im Herbst gemacht.