Haftbefehl gegen Schlagersänger

"Meine Auswanderung war völlig unabhängig von dem Strafbefehl" - Michael Wendler äußert sich erstmals zu Wort

Kurz nach dem Haftbefehl meldete sich der "Egal"-Interpret auf seinem Telegram-Kanal mit einer Stellungnahme zu Wort. Der Ehemann von Laura Müller weist alle Vorwürfe des Gerichts von sich. 

Von Samantha Günther
Gegen Michael Wendler wurde ein Haftbefehl erlassen, weil er eine Gerichtsverhandlung in Deutschland geschwänzt hat. Nun wehrt sich erstmals der Schlagersänger gegen die Vorwürfe.
Gegen Michael Wendler wurde ein Haftbefehl erlassen, weil er eine Gerichtsverhandlung in Deutschland geschwänzt hat. Nun wehrt sich erstmals der Schlagersänger gegen die Vorwürfe. Archivfoto: Rolf Vennenbernd/dpa

Cape Coral/Dinslaken - Eigentlich hätte Michael Wendler am 20. Juli zum Prozesstermin in Dinslaken erscheinen müssen. Nachdem aber der "Egal"-Interpret nicht im Gerichtssaal um 9 Uhr erschienen ist, erlies die Richterin Nadja Kuczera gegen den einstigen Schlagerstar einen sogenannten Sitzungshaftbefehl, der gilt, bis der 49-Jährige seiner Ladung vor Gericht nachkommt.

Nun hat sich der DSDS-Ex-Juror selbst zu Wort gemeldet – und alles ganz anders dargestellt. In einer langen Stellungnahme auf Telegram versicherte Wendler nun, dass sein gesetzlicher Vertreter die nötige Vollmacht hatte, um ihn zu vertreten. Eine persönliche Aussage wäre von ihm ohnehin nicht erfolgt, so der Sänger.

Wendler erteilte seinem Anwalt eine Vollmacht

Bereits die Bild-Zeitung gab am Dienstag an, dass der Schlagersänger kurzfristig am Montagabend bei dem Gericht den Antrag stellte, dass er sich anwaltlich vertreten lassen möchte. So stellte der Verschwörungstheoretiker seinem Anwalt Rahmlow eine Vollmacht aus. Doch die Richterin bestand bei Prozessbeginn auf die Anwesenheit des Schlagersängers.

"Ich habe die mir vorgeworfenen Taten nicht begangen."

Michael Wendler

"Hallo ihr Lieben, in eigener Sache möchte ich mich kurz zu der Gerichtsverhandlung in meiner alten Heimatstadt Dinslaken erklären", postete der umstrittene Musiker schließlich am Mittwoch. "Eines vorweg: Ich weise alle Vorwürfe und Anschuldigungen gegen mich aus dem Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Duisburg von mir. Ich habe die mir vorgeworfenen Taten nicht begangen."

Sein Umzug sei keine Flucht gewesen

"Ich soll angeblich behilflich gewesen sein, 179 Michael Wendler Hits von meiner Ex-Frau Claudia Norberg als angebliche Rechteinhaberin zu übertragen" - diese Beschuldigung bezeichnete der Sänger als "absurd", weil Norberg niemals auch nur einen Song weder komponiert noch getextet hat.

So schrieb der 49-Jährige weiter. "Wie kann man also Rechte übertragen, die man niemals hatte?" Der Ehemann von Laura Müller stellt außerdem klar, dass er nicht auf der Flucht vor dem Gericht sei.

"Bis zum rechtskräftigen Urteil gilt die Unschuldsvermutung."

Michael Wendler

"Meine Auswanderung war völlig unabhängig von dem Strafbefehl von 2019, welchen die Staatsanwaltschaft Duisburg gegen mich gerichtet hat", hieß es in seinem Statement. Abschließend betonte Michael Wendler: "Bis zum rechtskräftigen Urteil gilt die Unschuldsvermutung."

Michael Wendler droht die Abschiebung

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 49-Jährigen, der inzwischen in den USA lebt, vor, Beihilfe zum Vereiteln der Zwangsvollstreckung in Tateinheit mit Bankrott in zwei Fällen geleistet zu haben. Bereits drei Gerichtstermine ließ Michael Wendler im Juli, Herbst und Dezember 2020 platzen - nun auch den Vierten. 

Laut Bild-Zeitung besteht nun die Möglichkeit, dass der Schlagersänger aus seiner Wahlheimat Florida abgeschoben werden kann. Wann der Prozess weitergeht, wurde noch nicht bekannt gegeben. Bei seiner nächsten Einreise in Deutschland könnte Michael Wendler jedoch verhaftet werden.