Unterhaltung

Jubel, "Buuh"-Rufe & Applaus: Comeback des Studiopublikums bei TV-Sender

Beim Fernsehen öffnen sich die Studiotüren wieder ganz langsam fürs Publikum. "Let’s Dance" macht am Freitag den Anfang.

Von Samantha Günther
Daniel Hartwich, Moderator, zeigt zu Beginn der siebten RTL-Show "Let's Dance" eine Kelle mit einem Herz.
Daniel Hartwich, Moderator, zeigt zu Beginn der siebten RTL-Show "Let's Dance" eine Kelle mit einem Herz. Archivfoto: picture alliance/dpa | Rolf Vennenbernd

Köln - "Germany's next Topmodel", "Anne Will" und "Wer wird Millionär" - auf gefüllte Zuschauerränge mussten verschiedenste TV-Formate aufgrund der anhaltenden Corona-Pandemie lange verzichten. Doch nun öffnen die Fernsehsender, angesichts deutlich sinkender Inzidenzzahlen und steigender Impfquoten, wieder ihre die Studiotüren. Bald wird wieder live geklatscht, gejubelt und vielleicht auch ausgebuht.

"Natürlich unter Einhaltung strenger Hygiene- und Abstandsregeln."

RTL Mediengruppe

"Let’s Dance" macht am Freitag, den 4. Juni 2021, den Anfang mit "Let's Dance - Die große Profi-Challenge", wie die Mediengruppe RTL am Dienstag mitteilte. Rund 150 Menschen sollen voraussichtlich im TV-Studio Platz nehmen. "Natürlich unter Einhaltung strenger Hygiene- und Abstandsregeln", heißt es in der Ankündigung.

Seit Ende Oktober leere Zuschauerplätze

Zudem werden Personen nur zugelassen, wenn sie einen "vollständigen Impfschutz, einen tagesaktuellen, negativen Antigen-Schnelltest (keinen Selbsttest) oder einen schriftlichen Genesungsnachweis vorlegen können", heißt es weiter in der Meldung.

Mit dem jeweils zuständigen Gesundheitsamt will der Sender RTL Sicherheitskonzepte erstellen, "die der aktuellen Situation ständig angepasst werden." Seit Ende Oktober musste die Mediengruppe auf Live-Publikum verzichten, aufgrund der anhaltenden Corona-Maßnahmen, teilte sie mit. 

Die Mediengruppe RTL lässt ab sofort wieder Publikum ins Studio. In den vorherigen Produktionen mussten die Tanzpaare auf Applaus verzichten.
Die Mediengruppe RTL lässt ab sofort wieder Publikum ins Studio. In den vorherigen Produktionen mussten die Tanzpaare auf Applaus verzichten.
Archivfoto: picture alliance/dpa | Rolf Vennenbernd

Bei der ARD bleibt es zunächst still

Auf Nachfrage von "Watson" im Mai stellte ein ARD-Sendersprecher zunächst klar, dass neben der Talkshow-Planung im Ersten auch im Show-Bereich generell nach wie vor die Corona-Vorsichtsmaßnahmen gelten. "Aktuell planen wir keine Änderungen unserer pandemiebedingten Produktionsbedingungen bei den genannten Talks oder bei anderen Unterhaltungssendungen", so in dessen Stellungnahme.

"Für die Sendungen 'Maischberger. Die Woche' und 'Hart aber fair' gibt es ein umfassendes Hygienekonzept, das u.a. Masken-, Distanz- und die bekannte Hygienepflicht vorsieht", fügt der ARD-Sendersprecher hinzu. Außerdem bestehen "verpflichtende Tests für Gäste und Teammitglieder" und die Hygienekonzepte werden in Abstimmung mit dem Krisenstab laufend überprüft und angepasst.

ZDF beobachtet die aktuelle Lage 

"Das ZDF beobachtet die aktuelle Lage und die gesetzlichen Bestimmungen. Die weitere Entwicklung ist derzeit nicht absehbar, konkrete Pläne für Studiopublikum gibt es noch keine", heißt es vom Sprecher Stefan Unglaube auf RND-Nachfrage. Ob also das "ZDF Magazin Royale", "Markus Lanz", "Maybrit Illner", "Die Anstalt" oder die "heute-show" wieder mit Gästen im Publikum startet, bleibt unklar.

"Das ZDF beobachtet die aktuelle Lage und die gesetzlichen Bestimmungen."

Stefan Unglaube

Der Sprecher betont, dass auch weiterhin bei allen Produktionen die am jeweiligen Produktionsort gültigen Hygiene- und Abstandsbestimmungen eingehalten werden. "Die Sicherheitsvorkehrungen entsprechen den jeweils aktuellen Empfehlungen zum Umgang mit dem Coronavirus", heißt es gegenüber dem Deutschen Redaktionsnetzwerk (RND).

MDR-"Riverboat" hofft auf Publikum nach Sommerpause 

Das "Riverboat"-Team vom Mitteldeutschen Rundfunk hofft, ab August 2021 wieder Zuschauer begrüßen zu dürfen, wie sie gegenüber "Watson" bekannt gaben. "Wir verfolgen allwöchentlich das Pandemiegeschehen im Sendegebiet auch unter diesem Aspekt und würden uns wünschen, nach der Sommerpause am 27. August 2021 wieder Publikum im Leipziger 'Riverboat'-Studio begrüßen zu können. Das ist derzeit aber wie gesagt erst mal nur ein Wunsch," so eine Sendersprecherin.

Jörg Kachelmann und Kim Fisher scherzen bei Proben zur Talkshow "Riverboat" des Mitteldeutschen Rundfunks.
Jörg Kachelmann und Kim Fisher scherzen bei Proben zur Talkshow "Riverboat" des Mitteldeutschen Rundfunks.
Archivfoto: picture alliance/dpa | Sebastian Willnow

Pro Sieben und Sat.1 wollen abwarten

Auch Joko und Klaas bei ihrem Duell oder die Kandidatinnen bei "Germanys next Topmodel" mussten in der Vergangenheit auf ihr Publikum verzichten. 

"Wann das ist, werden wir rechtzeitig bekannt geben."

Kevin Körber

Auch bei anderen Shows von Pro Sieben und Sat.1 wird sich erst einmal nichts ändern: "Wir freuen uns sehr, wenn wir wieder Publikum zu unseren Shows einladen können. Wann das ist, werden wir rechtzeitig bekannt geben", teilt Pressesprecher Kevin Körber gegenüber "Watson" mit.

NDR: "Inas Nacht" mit einer geringen Publikumsanzahl

"Wir tasten uns derzeit an den Normalbetrieb heran. Wir würden Zuschauer im Publikum sehr befürworten. Aber momentan gibt es noch keine konkreten Pläne", berichtet NDR-Pressesprecherin Melanie Helmke gegenüber dem RND. Der Sender hatte im vergangenen Sommer beispielsweise "Inas Nacht" mit einer geringen Publikumsanzahl aufgezeichnet.

"Diese erprobten Hygienekonzepte können wir, wenn wir wieder dürfen, schnell mit geringen Anpassungen umsetzen", so Helmke weiter. Im RND-Interview erklärt sie: "Wenn das Go aber kommt, werde die Umsetzung schnell gehen."