China

Kritik an Schauspiel-Ikone: Jackie Chan möchte Mitglied der Kommunistischen Partei Chinas werden

Der Hongkonger Actionfilm-Superstar Jackie Chan sagte kürzlich auf einem Forum in Peking, er wolle der Kommunistischen Partei Chinas (KPC) beitreten.

Von Samantha Günther
Der in Hongkong geborene Action-Star Jackie Chan möchte Mitglied der Kommunistischen Partei Chinas werden.
Der in Hongkong geborene Action-Star Jackie Chan möchte Mitglied der Kommunistischen Partei Chinas werden. Archivfoto: picture alliance / dpa | Dan Himbrechts

Hongkong - Der Hongkonger Actionfilm-Superstar Jackie Chan sagte am 1. Juli auf einem Forum in Peking, an dem ausgewählte chinesische Filmschaffende teilgenommen haben sollen, er wolle der Kommunistischen Partei Chinas (KPC) beitreten. Dies berichtet zumindest die chinesische Staatszeitung "Global Times". Der 67-Jährige sympathisiert schon länger mit den chinesischen Machthabern.

"Ich kann die Größe der KPC sehen, und sie wird das, was sie sagt, und was sie verspricht, in weniger als 100 Jahren, aber nur ein paar Jahrzehnten, erfüllen."

Jackie Chan

Bei der Veranstaltung zur Gründung der KPC vor 100 Jahren brachte Chan, der auch stellvertretender Vorsitzender der China Film Association ist, nicht nur sein stolzes Gefühl zum Ausdruck, ein Chinese zu sein, sondern zeigte auch seine Sehnsucht nach der KPC. "Ich kann die Größe der Kommunistischen Partei sehen, die nicht in 100 Jahren, sondern nur in wenigen Jahrzehnten liefern wird, was sie verspricht", sagte Chan.

Seit Jahren bewundert Chan die Staatspartei

Mehrfach hatte der Schauspieler, Regisseur und Stuntman in der Vergangenheit seine Nähe zur KPC ausgedrückt. 2004 bezeichnete der Hollywood-Star die demokratischen Präsidentschaftswahlen in Taiwan etwa als "einen Riesenwitz". 

2009 äußerte er sich abfällig über einen westlich-liberalen Lebenswandel: "Ich bin mir nicht sicher, ob es gut ist, frei zu sein" – später wurde der Schauspieler unter anderem in die Politische Konsultativkonferenz des chinesischen Volkes (PKKCV), einen Ableger des Nationalen Volkskongresses, geladen.

"Ich bin mir nicht sicher, ob es gut ist, frei zu sein."

Jackie Chan

Seit geraumer Zeit sorgt Chan damit für eine Distanzierung von der Demokratiebewegung Hongkongs. Während der 67-Jährige das hundertjährige Bestehen der KPC besang, wurden gleichzeitig in Hongkong mehrere Aktivisten festgenommen, weil sie für dessen Unabhängigkeit von China demonstrierten. Die Hongkonger Aktivistin Glacier Kwong erklärte gegenüber der "Bild": "Wir glauben nicht, dass man ihn noch als Vorbild betrachten sollte."