Musikclown

Wieder viel unterwegs: Helge Schneider wird 66

Der Multi-Instrumentalist scheint stets zu Scherzen aufgelegt zu sein. Aber der Spaßmacher hat auch eine ernste Seite. Heute ist sein 66. Geburtstag.

Von Bettina Greve, dpa
Helge Schneider in Aktion.
Helge Schneider in Aktion. Willi Weber/ProSieben/dpa

Berlin - Bei einem Open-Air-Auftritt im Juli ist Helge Schneider der Kragen geplatzt. Weil es zuviel Hin und Her vor der Bühne in Augsburg gab, brach der Entertainer die Show ab, um dann auch alle weiteren noch ausstehenden Termine der „Strandkorb Open Air“-Sommertour abzusagen.

„Ich muss sagen, das geht mir ziemlich auf den Sack. Ich habe keine Lust mehr“, erklärte die selbsternannte „singende Herrentorte“ dem Publikum, wie auf einem Video bei Youtube zu sehen und hören ist. Nach der Ansage ging er ab. Via Twitter stellte er später klar, er habe sich vor allem über die zwischen den Zuschauern herumlaufenden Gastronomie-Mitarbeiter gestört gefühlt.

Inzwischen haben sich die Wogen wieder geglättet, Schneider tritt wieder auf. Auf seiner Homepage kündigt er jede Menge Konzerte an. Die Liste ist lang und geht weit in das Jahr 2022 hinein. Heute wird Helge Schneider 66.

Geboren am 30. August 1955 in Mülheim an der Ruhr, hatte er zunächst Clown werden wollen, wie er auf seiner Website angibt, als sein liebstes Hobby Holzhacken und Beruf „Komiker, Komponist, Musiker, Entertainer, Buchautor, Drehbuchautor, Schauspieler, Regisseur, Musikclown, Zeichner“. Spätestens nach dem Besuch 1994 bei „Wetten, dass..?“, wo er seinen absurd-lustigen Song „Katzeklo“ vorstellt, lachen sich die Massen regelmäßig über ihn kaputt.

Auch auf seiner neuen Platte amüsiert er seine Fans. Er hatte zwar vergangenes Jahr eine Klavierplatte „ohne Quatsch“ versprochen, aber das dann doch nicht stringent durchgehalten. „Die Reaktion“, Mitte Juli erschienen und 78 Minuten lang, umfasst 22 Stücke, darunter ein Hörspiel (ohne Musik), ein paar Blödelieder, die meisten aber instrumental, sehr viel Jazz, viel Klavier. „The Last Jazz Vol. II“ ist denn auch der Untertitel, der Bezug nimmt auf sein frühes Album „The Last Jazz“ von 1987.

Seine Begabung am Klavier hat ihn schon 1972 ans Konservatorium Duisburg gebracht, wo er zwei Semester studierte. „Als sie rausgekriegt haben, dass ich überhaupt gar keine Volksschulreife habe, haben sie mich runtergeschmissen“, verriet er einmal der dpa im Interview. Seinen Weg als Musikprofi hat er dennoch gefunden.