Studie Studie zu Gewaltvorfällen an Berliner Schulen
Mit dem „Konflikt- und Gewaltbarometer“ will Berlin herausfinden, wo es an Schulen besonders oft zu Auseinandersetzungen kommt. Auch Lehrkräfte sollen befragt werden.

Berlin - Eine großangelegte wissenschaftliche Studie soll bessere Einblicke in Konflikte, Mobbing und Gewaltvorfälle an Berliner Schulen ermöglichen. Derzeit werden Schülerinnen und Schüler dazu befragt. Nach Angaben der Bildungsverwaltung erhalten rund 1.400 Klassen und Kurse an 450 Schulen das Angebot, sich daran zu beteiligen. Im nächsten Schritt ist ab Dezember eine Befragung von Lehrkräften und weiteren pädagogischen Fachkräften geplant.
Als Ziel der Studie nennt die Bildungsverwaltung, ein vertieftes Verständnis darüber zu gewinnen, wo und aus welchen Gründen Konflikte im Schulalltag entstehen. Außerdem soll es darum gehen, besser einschätzen zu können, wie Schulen in der Prävention und Bearbeitung dieser Situationen wirksam unterstützt werden können.
Die Schüler sollen dafür in der Schule einen Fragebogen bekommen, für dessen Beantwortung rund 20 bis 30 Minuten Zeit veranschlagt wird. Der Name der Kinder und Jugendlichen wird für die Auswertung nicht erfasst, die Teilnahme ist freiwillig.
Studienergebnisse werden veröffentlicht
„An Berliner Schulen kommt es unter Schülern immer wieder zu Streit, Gewalt und Mobbing“, heißt es in einem Informationsschreiben an Schülerinnen und Schüler. „Wir wollen dazu beitragen, dass alle ohne Angst in die Schule gehen können.“
Die Ergebnisse sollen als „Berliner Konflikt- und Gewaltbarometer“ veröffentlicht werden. Im Rahmen der Studie arbeiten unter anderem Prof. Ullrich Bauer von der Universität Bielefeld, Prof. Marc Grimm von der Universität Wuppertal und das Institut für Demoskopie Allensbach zusammen.
„Mit dem Berliner Konflikt- und Gewaltbarometer schaffen wir eine verlässliche, repräsentative und empirisch abgesicherte Wissensgrundlage darüber, wo Konflikte im Schulalltag entstehen und wie wir Schulen noch gezielter unterstützen können“, sagte Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU). „Die Studie hilft uns, Herausforderungen klar zu benennen und Maßnahmen zu entwickeln, die Prävention, Intervention und – wo erforderlich – auch Repression umfassen.“