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Wetter Sturmtief „Elli“ sorgt für Schnee und Glätte in Sachsen

Der Winter zeigt sich in Sachsen von mehreren Seiten: Während Schnee und Glätte den Alltag erschweren, profitieren andere vom frischen Weiß.

Von dpa Aktualisiert: 09.01.2026, 19:31
Schnee und Glätte verursachen am Freitag in Sachsen schwierige Straßenverhältnisse. So wie hier an einer Kreuzung in Leipzig.
Schnee und Glätte verursachen am Freitag in Sachsen schwierige Straßenverhältnisse. So wie hier an einer Kreuzung in Leipzig. Jan Woitas/dpa

Leipzig/Dresden/Chemnitz - Sturmtief „Elli“ hat für viel Schnee und vielerorts glatte Straßen in Sachsen gesorgt. Am Morgen kamen Autos auf vielen Straßen nur langsam voran und gab etliche Unfälle. Auf den Autobahnen musste das Technische Hilfswerk (THW) helfen, festgefahrene Lastwagen freizuschleppen. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes ist in der Nacht zu Samstag bei sinkenden Temperaturen erneut mit Schneefall in eher geringen Mengen zu rechnen. Die Glättegefahr bleibt jedoch bestehen.

Keine Einschränkungen beim ÖPNV in Leipzig und Dresden

Trotz der winterlichen Bedingungen startete der öffentliche Nahverkehr in den großen Städten am Morgen zunächst planmäßig. In Leipzig und Dresden meldeten die Verkehrsbetriebe keine größeren Störungen. Strecken und Oberleitungen seien rechtzeitig geräumt worden. Zugleich wurde an Fahrgäste appelliert, besonders vorsichtig zu sein, da Haltestellen bei anhaltendem Schneefall schnell wieder glatt und zugeschneit sein können. Allerdings handele es sich hierbei um Momentaufnahmen, Busse würden ihre Geschwindigkeit den Straßenverhältnissen anpassen.

Einschränkungen und Schließungen in Chemnitz

Spürbare Einschränkungen gab es in Chemnitz. Dort blieben der Tierpark Chemnitz sowie das Wildgatter Oberrabenstein wegen der aktuellen Wetterlage geschlossen. Vor allem im Süden der Stadt kam es zu Verkehrsproblemen, mehrere Straßen wurden gesperrt. Die Bundesstraße 95 am Harthauer Berg war stadtauswärts nur mit Schneeketten befahrbar.

Warnungen vor Glätte und Astbruch 

Auch das Schlösserland Sachsen warnte vor Gefahren durch das Winterwetter. Überfrierende Nässe und schwere Schneelasten können demnach zu Glätte und Astbruch in Parkanlagen führen. Besucherinnen und Besucher sollten möglichst nur geräumte Wege nutzen. Der Schlosspark des Barockschlosses Rammenau bleibt bis einschließlich Sonntag geschlossen, weitere kurzfristige Schließungen einzelner Anlagen sind nicht ausgeschlossen. Die Warnung gilt unter anderem für den Großen Garten in Dresden, den Zwinger sowie den Schlosspark Pillnitz.

Gute Bedingungen in Sachsens Skigebieten

Für Wintersportfans bringt das Winterwetter hingegen gute Nachrichten. In Sachsens Skigebieten sorgen Schnee und niedrige Temperaturen für gute Bedingungen. Viele Pisten, Lifte und Loipen sind geöffnet. Das Skigebiet am Fichtelberg in Oberwiesenthal ist größtenteils in Betrieb, auch die Langlaufloipen sind bis auf eine Ausnahme geöffnet. Weitere gute Bedingungen werden aus der Skiarena Eibenstock sowie aus Altenberg gemeldet, wo ebenfalls mehrere Pisten, Lifte und Loipen genutzt werden können.

Zahlreiche Unfälle 

Problematisch war die Lage auf vielen Straßen - so etwa rund um Leipzig. Dort registrierte die Polizei bereits am Vormittag mindestens 33 Unfälle, davon 15 im Stadtgebiet. Besonders betroffen waren Autobahnanschlussstellen und Bundesstraßen. Mehrere Lastwagen blieben auf glatten Fahrbahnen stecken, einzelne Straßen und Auffahrten mussten zeitweise gesperrt werden. Bei einem Unfall an einer Autobahnanschlussstelle wurde ein Kind leicht verletzt.

Auch im Raum Zwickau sowie in Dresden und Umgebung kam es zu zahlreichen Unfällen. In der Region Dresden registrierte die Polizei bis zum frühen Nachmittag mehr als 40 Unfälle, verletzt wurde niemand. Fahrzeuge rutschten auf glatten Straßen in andere Autos, in Straßengräben oder beschädigten Verkehrseinrichtungen.

Staus und Behinderungen gab es unter anderem auf der A4 sowie an mehreren Abfahrten und Hauptstraßen im Raum Dresden. Unterstützung kam dabei auch vom Technischen Hilfswerk: Nach Angaben der Landesbeauftragten für Sachsen und Thüringen waren am Freitagvormittag rund 100 ehrenamtliche THW-Kräfte im Einsatz, vor allem auf der A4. Ihre Hauptaufgabe war das Freischleppen festgefahrener Lastwagen. 

So hatte am Mittag kräftiger Schneefall auch auf der A4 am Burkauer Berg und der Anschlussstelle Ottendorf-Okrilla zu Behinderungen geführt. Lastwagen seien nicht mehr weiter gekommen und alle Fahrspuren blockiert gewesen, teilte die Polizeidirektion Görlitz mit. Ab dem Nachmittag habe sich die Situation dann langsam wieder entspannt. 

Vereinzelte Störungen im Bahnverkehr 

Auch der Bahnverkehr ist von dem Wintereinbruch betroffen. Nach Angaben der Deutschen Bahn kam es auf einzelnen Regionalstrecken in Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt zu Ausfällen und teils größeren Verspätungen. Auswirkungen hat zudem die Einstellung des Fernverkehrs im Großraum Hannover, die sich bis nach Mitteldeutschland bemerkbar macht.

Flugbetrieb bislang stabil

Trotz Schnee und Minusgraden ist der Flugbetrieb an den Flughäfen Leipzig/Halle und Dresden am Freitag ohne größere Einschränkungen angelaufen. Wetterbedingte Ausfälle habe es nicht gegeben, teilten die Flughäfen mit. Der Winterdienst sei im Einsatz gewesen, vor einzelnen Starts sei bei Bedarf eine Enteisung erforderlich gewesen. Reisenden wurde dennoch empfohlen, ihren Flugstatus im Blick zu behalten.

Hilfe für wohnungslose Menschen 

Frost, Schnee und eisiger Wind bedeuten für wohnungslose Menschen akute Lebensgefahr, warnte die Dresdner Sozialbürgermeisterin Kristin Klaudia Kaufmann. Wer einen offensichtlich hilflosen, nicht ansprechbaren Obdachlosen sehe, sollte sofort den Notruf wählen. Die extreme Kälte erhöhe das Risiko für Unterkühlungen und Erfrierungen und könne Herz-Kreislauf-Erkrankungen verschärfen. Sie verwies auf bestehende Hilfsangebote in der Stadt. „Niemand muss sich schämen, die Hilfe anzunehmen.“