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Musikgebühren„Tag der Stille“ auf Weihnachtsmärkten

Seit Monaten streiten einige Weihnachtsmarktbetreiber mit der Gema wegen gestiegener Musikkosten. Auf einigen Märkten soll es daher jetzt still bleiben. Aber nur für ein paar Stunden.

Von dpa 02.12.2023, 12:00
Besucher schlendern über den Leipziger Weihnachtsmarkt.
Besucher schlendern über den Leipziger Weihnachtsmarkt. Jan Woitas/dpa

Magdeburg/Quedlinburg - Die Weihnachtsmärkte in Magdeburg und Quedlinburg beteiligen sich an einer Protestaktion gegen höhere Musikgebühren. Am Montag (4. Dezember) werde es auf dem Weihnachtsmarkt zwischen 10.00 und 15.00 Uhr keine Musik geben, teilte der Geschäftsführer des Magdeburger Weihnachtsmarkts, Paul-Gerhard Stieger, am Samstag mit. Neben den beiden Städten in Sachsen-Anhalt seien auch weitere Städte wie Leipzig, Dresden, Hannover, Rostock und andere dabei.

Die Betreiber der Weihnachtsmärkte kritisieren, dass die Rechte für die Nutzung von Musik teilweise drastisch gestiegen seien. „Das hat drastische Folgen für die Marktveranstalter“, sagte Stieger. „Bühnenprogramme mit lokalen Chören sind nicht mehr zu finanzieren.“

Die Gema als Verwalterin der Musikrechte wehrt sich gegen die Vorwürfe. Seit 2011 sei die Bemessungsgrundlage gleich geblieben. „Einige große, umsatzstarke Märkte haben uns deutlich zu kleine Flächen gemeldet“, sagte Gema-Vorstandsmitglied Georg Oeller. Die Gema habe die Gesamtfläche der Märkte bis 2022 nicht kontrolliert, sondern sich in den vergangenen Jahren auf die gewissenhafte und korrekte Anmeldung der Weihnachtsmarktbetreiber verlassen.

Deutschlandweit hat die Gema nach eigenen Angaben rund 3350 Rechnungen an Weihnachtsmarktbetreiber für das Jahr 2022 versendet. In 167 Fällen habe es höhere Gebühren gegeben, in 35 Fällen sogar im fünfstelligen Bereich. In Magdeburg waren die Kosten nach Angaben des Betreibers von etwa 1750 Euro vor der Corona-Pandemie auf jetzt mehr als 101.000 Euro gestiegen. Beim Bühnenprogramm werde daher in diesem Jahr Gema-freie Musik eingesetzt.