Politische Stimmung im Land Umfrage: CDU knapp vorn und Rot-Grün ohne Mehrheit
Wenn am Sonntag Landtagswahl wäre, lägen CDU und SPD in Niedersachsen nahezu gleichauf. Gleichzeitig gewinnt vor allem die AfD deutlich an Zustimmung.

Hannover - In Niedersachsen könnte die rot-grüne Landesregierung derzeit nicht mehr mit einer Mehrheit im Landtag rechnen. In einer Umfrage liegt die CDU nur noch knapp vor der SPD, die AfD kommt auf mehr als 20 Prozent. Das geht aus einer Erhebung des Instituts für Demoskopie Allensbach im Auftrag der Drei Quellen-Mediengruppe hervor, für die im Januar dieses Jahres 1.064 Wahlberechtigte in Niedersachsen befragt wurden.
Bei der Sonntagsfrage erreicht die CDU 27 Prozent, die SPD 26 Prozent. Die AfD kommt auf 21 Prozent und liegt damit deutlich vor den Grünen mit 10 Prozent und der Linken mit 7 Prozent. Die FDP erreicht 3 Prozent und würde den Einzug in den Landtag erneut verfehlen. SPD und Grüne kommen zusammen auf 36 Prozent. Der nächste Landtag in Niedersachsen wird voraussichtlich im Herbst 2027 gewählt.
CDU verliert deutlich an Vorsprung
Im Vergleich zur vergangenen Allensbach-Erhebung vom Dezember 2024 verliert die CDU spürbar an Zustimmung: Damals lag sie noch bei 33 Prozent, die SPD bei 27 Prozent und die AfD bei 16 Prozent. Die Grünen kamen bereits damals auf 10 Prozent. Schon im vergangenen November hatte zudem eine Umfrage von Infratest dimap im Auftrag des NDR Niedersachsen CDU und SPD gleichauf bei jeweils 26 Prozent gesehen.
Neben den Parteiwerten zeigt die Umfrage auch Unterschiede bei der Bekanntheit führender Landespolitiker. Ministerpräsident Olaf Lies (SPD), der seit Mai vergangenen Jahres im Amt ist, kennen 70 Prozent der Befragten. Bei CDU-Landeschef Sebastian Lechner sind es nur 24 Prozent.
Viele trauen sich noch kein Urteil über Lies zu: 24 Prozent halten ihn für einen guten Nachfolger von Stephan Weil (SPD), 16 Prozent äußern sich kritisch, 60 Prozent machen keine Angabe.
Umfragen sind keine Prognosen
Wahlumfragen sind grundsätzlich immer mit Unsicherheiten behaftet. Unter anderem erschweren nachlassende Parteibindungen und zunehmend kurzfristige Wahlentscheidungen den Meinungsforschungsinstituten die Gewichtung der erhobenen Daten. Zudem spiegeln Umfragen nur das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung wider und sind keine Prognosen für den tatsächlichen Wahlausgang.