Nach Cyber-Attacke auf Frauenhofer-Institut

Spektakuläre Hacker-Angriffe in Sachsen-Anhalt und der Welt

Das Frauenhofer-Institut in Halle ist Opfer eines Hackerangriffs geworden. Doch es ist nicht der erste Fall von Cyber-Kriminalität, der sich im Land zugetragen hat. Wir geben einen Überblick über die spektakulärsten Cyber-Attacken in Sachsen-Anhalt und der Welt.

Aktualisiert: 04.05.2022, 18:21 • 04.05.2022, 18:14
In den vergangenen Jahren kam es in Deutschland zu zahlreichen Hackerangriffen.
In den vergangenen Jahren kam es in Deutschland zu zahlreichen Hackerangriffen. Symbolbild: Sebastian Gollnow/dpa

Magdeburg/Halle (Saale)/DUR/thj – Die wachsende Digitalisierung sorgt dafür, dass Kriminelle ihre Opfer auch vermehrt über das Internet angreifen. In den vergangenen Jahren gab es zahlreiche Cyber-Attacken, bei denen Unternehmen und Behörden teilweise tagelang mit Systemausfällen zu kämpfen hatten. Diese Fälle blieben im Gedächtnis.

Spektakuläre Hackerangriffe in Sachsen-Anhalt

Im April 2022 wurde das Fraunhofer-Institut für Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen (IMWS) in Halle Opfer einer Cyberattacke. Wie erst Anfang Mai bekannt wurde, seien hunderte Gigabyte an zum Teil empfindlichen Daten gestohlen worden, die Unbekannte zum Verkauf im Darknet anboten. Zudem sei eine Lösegeldforderung eingegangen, der Vorstand der Frauenhofer-Gesellschaft habe eine Zahlung aber abgelehnt.

Am 24. Februar 2022 wurde die Hochschule Anhalt in Köthen offenbar Opfer einer Hackerattacke. Um den Angriff abzuwehren, mussten sämtliche Systeme heruntergefahren werden. Größere Schäden konnten offenbar verhindert werden.

Im November 2021 kam es zu einem Hackerangriff auf die Verwaltung in Seehausen (Altmark). Die Stadtverwaltung konnte zwei Tage lang nicht mit ihren Computern arbeiten, ein Zugriff auf die Server sei nicht möglich gewesen. Es sei zu keinem nennenswerten Datenverlust gekommen.

Im Klinikum Dessau mussten am 30. September 2021 sämtliche Internetverbindungen getrennt werden, die Kommunikation war nur über Telefon und Fax möglich. Ursache war vermutlich ein Angriff mit Schadsoftware.

Der bisher größte Cyberangriff auf eine Behörde in Sachsen-Anhalt fand im Juli 2021 im Landratsamt Anhalt-Bitterfeld in Köthen statt. In mehreren Bereichen, etwa der Kfz-Zulassungsstelle und bei der Auszahlung von Kinder- und Arbeitslosengeld, kam es zu erheblichen Einschränkungen. Der Landkreis rief daraufhin den Katastrophenfall aus, auch die Bundeswehr war im Einsatz.

Bereits im Juni 2021 wurde der Magdeburger Schwermaschinenhersteller FAM Opfer einer Cyberattacke, bei der Daten mithilfe einer Schadsoftware verschlüsselt wurden. Unbekannte hatten offenbar Lösegeld gefordert. Der Trojaner-Angriff wurde erst im August öffentlich gemacht.

Spektakuläre Cyber-Attacken in Deutschland und der Welt

Am 24. Februar 2022 kam es zu einem Cyber-Angriff auf der Satelliten-Netzwerk KA-SAT, mit dem auch Windkraftanlagen ferngesteuert werden. In ganz Europa waren tausende Anlagen betroffen.

Wenige Tage vor der Bundestagswahl 2021 kam es im September zu einem Cyber-Angriff auf das Statistische Bundesamt. Der interne Wahlserver der Behörde, deren Chef zugleich der Bundeswahlleiter ist, war jedoch nach Angaben des Bundesinnenministeriums nicht betroffen. Offenbar wurden keine Daten entwendet. Bereits kurz zuvor kam es zu einem DDoS-Angriff auf die Website des Bundeswahlleiters.

Im Juni 2021 wurden die Rechenzentren des IT-Dienstleiters der Volks- und Raiffeisenbanken mit Datenanfragen überflutet und lahmgelegt, ähnlich wie beim Angriff auf den Bundeswahlleiter handelte es sich um eine DDoS-Attacke. Vom Ausfall waren alle 820 VR-Banken und weitere Kunden betroffen, auch Online-Banking war nicht möglich.

Die US-Tochter des Chemikalien-Großhändlers Brenntag in Reading, Pennsylvania, soll im Mai 2021 nach einer Ransomware-Attacke rund 4,4 Millionen US-Dollar Lösegeld in Bitcoin an die „DarkSide“-Gruppe gezahlt haben. Damit sollte verhindert werden, dass interne Dokumente an die Öffentlichkeit gelangen und vorher verschlüsselte Daten wieder zugänglich gemacht werden.