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Arbeitsmarkt Vier Jahre nach Kriegsbeginn: Tausende Ukrainer in Arbeit

In Sachsen-Anhalt finden immer mehr Geflüchtete aus der Ukraine eine Beschäftigung. Angesichts der alternden Bevölkerung setzt das Land auf schnellere Vermittlung und langfristige Perspektiven.

Von dpa 20.02.2026, 11:23
Integrationsstaatssekretärin Susi Möbbeck sieht in der Beschäftigung ukrainischer Geflüchteter einen wichtigen Baustein gegen den Fachkräftemangel. (Archivbild)
Integrationsstaatssekretärin Susi Möbbeck sieht in der Beschäftigung ukrainischer Geflüchteter einen wichtigen Baustein gegen den Fachkräftemangel. (Archivbild) Jennifer Brückner/dpa

Magdeburg - Vier Jahre nach Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine zeigt die Integration Geflüchteter in den Arbeitsmarkt in Sachsen-Anhalt nach Angaben der Landesregierung deutliche Fortschritte. „7.400 Geflüchtete aus der Ukraine sind in sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung“, sagte Sachsen-Anhalts Integrationsbeauftragte Susi Möbbeck (SPD).

Eine erfolgreiche Arbeitsmarktintegration leiste für ein demografisch gebeuteltes Land wie Sachsen-Anhalt einen entscheidenden Beitrag zur Arbeits- und Fachkräftesicherung. „Ohne die tatkräftige Unterstützung ukrainischer Arbeits- und Fachkräfte sähe es in Kliniken, Betrieben und Restaurants sehr finster aus“, betonte Möbbeck.

Demografie verschärft Fachkräftebedarf

Seit Kriegsbeginn seien etwa 36.000 Menschen aus der Ukraine nach Sachsen-Anhalt geflüchtet. Hintergrund der Integrationsbemühungen sind die demografischen Probleme im Land: Für zwei Menschen, die aus dem Erwerbsleben ausscheiden, rückt den Angaben zufolge nur eine Person nach. Bis 2040 könnte Sachsen-Anhalt rund ein Fünftel der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter verlieren. Bereits seit 2018 bleibe die Zahl der Jobs nur dank ausländischer Arbeitskräfte stabil.

Nach einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) gelingt die Arbeitsmarktintegration ukrainischer Geflüchteter schneller als bei anderen Fluchtgruppen. Als Gründe nennt das Land den frühen Zugang zum Arbeitsmarkt sowie zu Integrations- und Sprachkursen und arbeitsmarktpolitischer Förderung.

Land will „Job-Turbo“ fortsetzen

Möbbeck betonte, viele Geflüchtete seien inzwischen „längst ein aktiver Teil unserer Gesellschaft“. Die Integrationserfolge dürften nicht gefährdet werden. „Im Gegenteil: Wir müssen diese Erfolgsgeschichte fortsetzen.“ Das Land wolle den sogenannten „Job-Turbo“ weiterführen und stärker auf individuelle Begleitung bei der beruflichen Integration setzen, damit Geflüchtete eine nachhaltige Perspektive aufbauen könnten.