Tarifverhandlungen Warnstreik in Häfen – 350 Teilnehmer bei Kundgebung in Emden
Schleusen bleiben dicht, der Winterdienst ist eingeschränkt: Verdi macht bei den Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst weiter Druck – nun sind auch Niedersachsens Häfen betroffen.

Emden/Stade/Cuxhaven - Um in den laufenden Tarifverhandlungen den Druck auf die Arbeitgeberseite zu erhöhen, sind in Emden nach Verdi-Angaben bei einem Warnstreik rund 350 Beschäftigte von Niedersachsens Hafeninfrastrukturgesellschaft NPorts auf die Straße gegangen. „Der Unmut ist sehr groß“, fasste ein Verdi-Sprecher die Stimmung der Beschäftigten über die stockenden Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst der Länder zusammen.
Auch in den landeseigenen Häfen in Cuxhaven/Stade, Brake und Wilhelmshaven sowie am NPorts-Standort in Norden (Landkreis Aurich) hatte Verdi Beschäftigte zum Warnstreik aufgerufen. In Emden wurde nach Verdi-Angaben das Haupttor des Hafens infolge des Warnstreiks vorübergehend für den Lkw-Verkehr gesperrt. In Cuxhaven fand kein Schleusenbetrieb statt.
NPorts auf Warnstreik vorbereitet
Nach Angaben einer NPorts-Sprecherin sorgte der Streik für Einschränkungen, etwa bei den Schleusen. Große Probleme seien aber nicht bekannt. Schiffe und Züge würden in den Häfen fahren, sagte die Sprecherin am Mittag.
Für alle Standorte wurden laut NPorts Notdienstvereinbarungen etwa für Winterdienste und Sturmflutsicherungen geschlossen. Das Ziel sei es die Beeinträchtigungen so gering wie möglich zu halten und die Sicherheit der Häfen zu gewährleisten. „Die Auswirkungen des Warnstreiks auf die Häfen konnten durch die frühzeitige Ankündigung abgemildert werden“, hieß es.
Wo noch gestreikt wird
Neben NPorts rief Verdi am Donnerstag auch Beschäftigte des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) sowie der Straßenmeistereien und des Straßenbetriebsdienstes zum Warnstreik auf.
Wie schon zuvor blieben daher erneut einige Brücken und Tunnel in Niedersachsen für den Verkehr gesperrt. Autofahrer mussten sich zudem auf einen eingeschränkten Winterdienst auf Bundes- und Landesstraßen einstellen.
Was die Gewerkschaft fordert
In den Tarifverhandlungen des öffentlichen Dienstes der Länder fordert Verdi für Beschäftigte sieben Prozent mehr Gehalt pro Monat, mindestens aber 300 Euro, um die unteren Lohngruppen zu stützen. Auch die Nachwuchskräfte sollten deutlich besser entlohnt werden. Der Verhandlungsführer der Länder, Hamburgs Finanzsenator Andreas Dressel (SPD), hatte die Gewerkschaftsforderungen wegen knapper Länderhaushalte zuletzt wiederholt als überzogen zurückgewiesen.
Nachdem ein Durchbruch in den Tarifverhandlungen nach der zweiten Runde ausgeblieben war, hatten die Gewerkschaften angekündigt, ihre Warnstreiks im öffentlichen Dienst deutlich auszuweiten. Die dritte Runde der Tarifverhandlungen ist kommende Woche in Potsdam geplant.