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Verletzter Husky Widos neue Chance – Husky-Welpe bald zur Adoption frei

Blitzblaue Augen und mutiges Herz: Wido, der verletzte Husky-Welpe, hat Menschen berührt. Wer bietet ihm nach dem schwierigen Start nun ein Zuhause mit viel Auslauf und Zeit?

Von Annett Gehler, dpa 11.02.2026, 14:32
Wido trägt von seinen Verletzungen noch eine Narbe am Kopf.
Wido trägt von seinen Verletzungen noch eine Narbe am Kopf. Bodo Schackow/dpa

Weimar - Die herzergreifende Geschichte des schwer verletzten Hundewelpen in Weimar nimmt eine überraschende Wende. Der nur wenige Wochen alte Husky war Ende Januar verwundet in eine Tierarztpraxis gebracht worden - angeblich war er in einem Müllbeutel im Bereich des Buchenwalds gefunden worden. Die folgenden Ermittlungen ergaben, die schweren Verletzungen an Kopf und Kiefer des kleinen Rüden stammten nicht von einer Misshandlung, sondern von dem Biss eines anderen Hundes. 

Laut Polizei wird daher nicht wegen Tierwohlgefährdung, sondern Verdeckung einer Straftat gegen den Halter ermittelt, von dem inzwischen auch eine Aussage vorliegt. Der kleine Husky wird seitdem in einer Pflegefamilie betreut und aufgepäppelt und erhielt dort auch seinen Namen: Wido. 

Liebevolles Zuhause gesucht

Für den aufgeweckten Welpen mit den stechend blauen Augen und dem schwarz-weißen Fell wird nun ein neues Zuhause gesucht. Er werde nicht wieder an die ursprünglichen Besitzer zurückgegeben, stellt Amtstierärztin Madeleine Spielvogel klar. „Wir hoffen, ihn in der nächsten Woche zur Vermittlung frei geben zu können.“ Die Anteilnahme am Schicksal von Wido war riesig. Neben vielen Anfragen gingen auch Spenden ein.

Huskys gelten als anspruchsvolle Hunderasse mit einem großen Bewegungsdrang. „Wichtig ist es, für Wido ein Zuhause zu finden, wo seine Bedürfnisse erfüllt werden“, sagt Spielvogel. Daher gibt es vor einer Vermittlung drei Kennlerntermine, bei denen sich Wido und sein neues Herrchen oder Frauchen näher kommen können. Die Haltung werde später auch noch einmal überprüft: „Es muss von beiden Seiten passen“, so Spielvogel.

Aufgeweckt und selbstsicher

Von den Verletzungen trägt Wido eine Narbe auf dem Kopf. Die Wunde sei gut verheilt und die Fäden seien inzwischen gezogen worden, berichtet seine derzeitige Pflegemutter, während Wido neugierig tapsend die Umgebung erkundet. „Er ist super aufgeweckt und sehr selbstsicher“, sagt die Pflegemutter. 

In seiner momentanen Pflegefamilie erholt sich Wido in Gesellschaft von zwei weiteren Hunden und zwei Katzen. „Es gibt selten Situationen, in denen er den Schwanz einzieht und wegläuft.“ 

Alarmierende Zahlen

Auch wenn Wido nicht misshandelt und ausgesetzt wurde, so ereilt doch viele Tiere in Thüringen dieses Schicksal. Laut Tierschutzgesetz ist es eine Straftat, einem Wirbeltier erhebliche Schmerzen oder Leiden zuzufügen. Die Fälle der polizeilich erfassten Tiermisshandlungen nahmen im Freistaat zuletzt stetig zu. 

Im vergangenen Jahr wurden nach vorläufigen Angaben der Polizei 563 Verstöße gegen das Tierschutzgesetz registriert und damit 40 mehr als noch im Jahr zuvor. Im Jahr 2022 waren es 308. Von den Anzeigen im vergangenen Jahr betrafen 74 Hunde.