Magdeburg l Der Magdeburger Zoo steht wieder unter einer regulären Führung. Der bisherige Prokurist und Stellvertreter Dirk Wilke übernahm die Amtsgeschäfte, nachdem seinem Amtsvorgänger Kai Perret vom Stadtrat fristlos gekündigt worden warl Dirk Wilke sagt es bei der Pressekonferenz am 12. März 2020 ganz direkt: „Ich möchte in Zukunft die Mitarbeiter wieder stärker in den Fokus rücken, wenn es um den Magdeburger Zoo geht.“

Fehlende Wertschätzung

Damit spielt der 48-Jährige gezielt auf die Probleme an, die im Zoo am Ende mit zur fristlosen Kündigung von Kai Perret geführt hatten: die fehlende Wertschätzung der rund 80 Mitarbeiter, die mit einer Demonstration und einer Liste von mutmaßlichen Verfehlungen des Vorgängers letztlich erfolgreich den Aufstand geprobt hatten.

Vertrag bis Neuwahl

Wilke wurde mit einem unbefristeten Vertrag als Geschäftsführer ausgestattet. Sein Kontrakt gilt zunächst so lange, bis ein neuer Zoochef im Rahmen einer städtischen Ausschreibung gefunden ist.

Reizvolle Aufgabe

Das dürfte rund ein Jahr dauern. Zunächst ist das Anforderungsprofil zu formulieren. Anschließend dürfte eine Findungskommission die Kandidaten für den bedeutungsvollen Posten auswählen und sie schließlich dem Stadtrat zur finalen Entscheidung vorlegen.

Im Bewerbungstopf wird dann mit großer Wahrscheinlichkeit auch der Name Dirk Wilke zu finden sein. „Ich bin als Magdeburger mit dem Zoo von klein auf verbunden. Eine solche Aufgabe ist reizvoll und ich würde sie gern länger ausführen.“

Jubiläumsjahr steht an

Zunächst steht für den studierten Betriebswirtschaftler aber die Gestaltung des Jubiläumsjahres an. Der Zoo besteht in diesen Tagen seit 70 Jahren. Einst mit Trümmerschutt und unter großer Anteilnahme der Magdeburger gegründet, hat er sich mit mittlerweile 312 000 Besuchern im Jahr (2019) zu einer der beliebtesten Einrichtungen der Stadt gemausert.

„Das soll auch so bleiben“, so Wilke. Er will nun seine Kraft in die Vorbereitung des Jubiläumsjahres stecken und dabei eben auch die Mitarbeiter mitnehmen. „Wir müssen wieder mehr und ausführlicher miteinander reden“, kündigte er an und ist sich bewusst, dass die Fußstapfen seines Vorgängers Kai Perret groß sind. Wilke: „Er hat den Zoo mit seinem Umbau wachgeküsst. Ich würde den Weg grundsätzlich gern fortsetzen“, kündigte er an.

Mitarbeiter überzeugen

Klar ist er sich darüber, dass er als einst rechte Hand seines Vorgängers von manchem Zoomitarbeiter auch weiter kritisch gesehen werden könnte. „Ich möchte auch diese Kollegen überzeugen. Dazu gehört es, ihnen Verantwortung zu übertragen, aber auch einzufordern, dass diese Verantwortung übernommen wird. Ich verstehe unseren Zoo als Gemeinschaft.“

Zur Person: Dirk Wilke

Dirk Wilke (48) ist waschechter Magdeburger. Nach dem Abitur studierte er Betriebswirtschaft in Magdeburg.

Danach war er unter anderem zwei Jahre in Berlin als kaufmännischer Leiter bei einer Firmengründung tätig.

2003/4 war er in der Messegesellschaft Magdeburg angestellt und wechselte dann in den Zoo, weil dort mit dem geplanten Zooumbau ein Betriebswirtschaftler benötigt wurde.

2007 wurde Wilke Prokurist und 2010 stellvertretender Zoochef. „Im Moment fühle ich mich mehr als Geschäftsführer statt als Zoodirektor", sagt er selbst.