Berlin/Khartum (dpa) - Einen Monat nach dem Militärputsch im Sudan hat eine Expertin mehr Hilfe beim demokratischen Wandel in dem Land gefordert.

Bislang bekämen die Generäle vor allem aus Ländern Unterstützung, die weniger an Demokratie interessiert seien, etwa aus Ägypten, Saudi-Arabien und den Emiraten, erklärte die Forscherin Annette Weber von der Stiftung Wissenschaft und Politik. Konkrete Zusagen der Europäischen Union hingegen, mit welchen Hilfen das Land bei einem Übergang zu einer zivilen Regierung rechnen könne, würden der Opposition zugute kommen, sagte Weber.

"Es müsste sehr bald eine klare Ansage kommen, was von Europa zu erwarten ist", forderte Weber im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Auch müsse die EU klarmachen, was passieren würde, falls das Militär an der Macht festhalten sollte oder es zu Gewalt gegen Demonstranten kommen sollte. Die EU hat sich bislang im Wesentlichen darauf beschränkt, einen raschen Übergang zu einer zivilen Regierung zu fordern.

Opposition und Militärführung im Sudan verhandeln derzeit über die Bildung einer zivilen Übergangsregierung, die den Weg zu freien Wahlen ebnen soll. Nach anhaltenden Massenprotesten hatten die Streitkräfte am 11. April Langzeitpräsident Omar al-Baschir gestürzt.

Der Sudan befindet sich in einer tiefen Wirtschaftskrise und wird daher auch Hilfe aus dem Ausland brauchen. Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate sagten dem Land im April bereits Hilfen in Höhe von drei Milliarden Dollar zu.