Veitshöchheim (dpa) l Damit Hortensien intensiv blau blühen, brauchen die Pflanzen eine spezielle Erde. „Der Säuregehalt im Boden muss stimmen und etwa einen ph-Wert zwischen 3,5 bis 4 haben“, erklärt Gottfried Röll von der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau. Für den Laien sei es natürlich schwierig, den Säuregehalt des Bodens zu bestimmen und den ph-Wert zu beeinflussen.

In gekauften Topfpflanzen dürfte die Erde den passenden Säuregehalt haben. „Doch nach und nach steigt der ph-Wert langsam an – etwa durch das regelmäßige Gießen und spätestens beim Umtopfen“, sagt Röll. Die Folge: Nach etwa zwei, drei Jahren verfärbt sich eine blaue Hortensie - und blüht dann nur noch weiß oder rosa.

Wollen Hobbygärtner diesen Prozess verlangsamen, können sie Rhododendron-Erde benutzen. „Diese Erde kommt noch am ehesten an den benötigten Säuregehalt heran“, erklärt Röll. Zudem können sie die Pflanze mit dem Rhododendron-Dünger unterstützen, denn dieser trägt leicht zur Bodenversauerung bei. Von der Idee einfach etwas Säure in das Gießwasser zu schütten, rät der Experte hingegen ab.

Und warum muss der Boden diesen ph-Wert haben? „Die Hortensien brauchen Aluminium, um daraus den blauen Farbstoff zu bilden. Aluminium steht den Pflanzen aber nur im sauren Boden zur Verfügung“, erläutert Röll.

Hortensien ausreichend gießen

Damit die Blüte möglichst lange hält, empfiehlt Röll zudem die Pflanze ausreichend zu gießen. „Dabei darf keine Staunässe entstehen“, sagt er. Am besten also die Pflanze von unten über einen Blumen- topfuntersetzer bewässern. Dann bleibt die Erde oben trocken und Insekten können keine Eier dort ablegen.

Auch der Standort ist wichtig: Hortensien vertragen Halbschatten. „Soll die Pflanze an einem sonnigen Standort stehen, sollten Hobbygärtner sie langsam an die Sonne gewöhnen“, rät Röll.

Außerdem sollte man Hortensien im Topf nicht radikal zuschneiden. Dies sei nur bei bestimmten Hortensien-Arten empfehlenswert.

Die Wald-Hortensie (Hydrangea arborescens) und Rispen-Hortensie (Hydrangea paniculata) blühen zum Beispiel an diesjährigen Trieben – man sollte sie daher jährlich zurückschneiden.