Grippeimpfung

Zweimal pro Jahr treffen sich internationale Influenza-Experten bei der Weltgesundheits-Organisation (WHO), um die Zusammensetzung der Influenzavakzine für die kommende Saison festzulegen. Im Februar jedes Jahres empfiehlt die WHO die Grippeimpfstoffzusammensetzung für die nördliche Hemisphäre. Die Empfehlungen der WHO sind bindend, jeder Grippe-impfstoffhersteller muss sich daran halten. In Deutschland bezahlen die gesetzlichen Krankenkassen seit Ende 2018 erstmals den Grippe-Impfstoff mit dem wirksameren Vierfach-Schutz.

Influenza A(H1/N1)-Viren dominieren: In der Vorsaison dominierten im Zeitraum September 2018 bis Januar 2019 Influenzaviren des Subtyps A(H1N1). Influenza-B-Viren, Victoria- und Yamagata-Linie, spielten indes eher untergeordnete Rollen.

Magdeburg l Die beginnende Herbstsaison ist eine gute Gelegenheit, den eigenen Impfpass zu prüfen und vorhandene Impflücken zu schließen. Mathias Arnold, Vorsitzender des Landesapothekerverbandes Sachsen-Anhalt, rät: Vor allem an die Grippeimpfung sollte nun gedacht werden.“

Aus den vom Deutschen Arzneiprüfungsinstitut vorliegenden Zahlen geht hervor, dass die Apotheken im Jahr 2018 knapp 786.000 Influenza-Impfdosen abgegeben haben. Arnold: „Damit hat sich fast jeder dritte Sachsen-Anhalter gegen die Grippe impfen lassen.“ Das zeige deutlich, welche hohe Akzeptanz dieser kleine Piks bei den Menschen hier im Land hat.

Ausreichend Impfdosen vorhanden

Auch für diese Saison rechnen wir mit hohen Impfzahlen. Zumindest haben wir in den Apotheken vorgesorgt und genügend Impfdosen vorbestellt. Dieser steht in unseren Apotheken auch schon ausreichend zur Verfügung.“

Das Robert Koch-Institut (RKI) empfiehlt als optimalen Zeitpunkt für eine saisonale Grippeschutzimpfung die Monate Oktober und November. Bis sich nach der Impfung der Schutz aufbaut, vergehen etwa zehn bis 14 Tage.

Nachdem in der Influenzasaison 2017/18 der hauptsächlich geimpfte trivalente Grippeimpfstoff nur suboptimal vor den zirkulierenden Viren geschützt hatte (Influenza B Yamagata war nur im tetravalenten Grippeimpfstoff enthalten), in der letzten Saison 2018/19 der Impfstoff ausging und importiert werden musste, sieht es bislang – theoretisch – gut aus mit dem diesjährigen Grippeschutz. Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) hat bislang (Stand: 6. September 2019) rund 14,2 Millionen Impfdosen freigegeben. Im letzten Jahr hatte das PEI zum gleichen Zeitpunkt erst 10,2 Millionen freigegeben – von insgesamt 15,7 Millionen für die ganze Grippesaison.

Bedarf an Impfdosen um 15 Prozent gestiegen

Generell nimmt das Gesundheits- und Impfbewusstsein der Menschen in Sachsen-Anhalt zu. Sie lassen sich immer öfter gegen Infektionskrankheiten impfen. „Wir haben im Gesamtjahr 2018 aus den öffentlichen Apotheken heraus 1.493.512 Impfdosen an die Ärzte geliefert. Wenn ich das erste Quartal 2018 mit dem 1.  Quartal 2019 vergleiche, dann sind die Impfdosen sogar noch weiter angestiegen von 177.083 auf 208 151.“

Grund für den Anstieg ist der vermehrte Einsatz von Impfungen gegen Varicella (Windpocken), Humane Papillomaviren (HPV) und FSME (Frühsommer Meningoenzephalitis). So ist die früher nur für Mädchen empfohlene HPV-Impfung nun auch für Jungen zwischen 9 und 14 Jahren ein Bestandteil des Leistungskatalogs der Krankenkassen. Der Anstieg der FSME-Impfungen dürfte auf die verstärkte öffentliche Wahrnehmung von Zeckenpopulationen und Erkrankungszahlen im Jahr 2018 zurückzuführen sein.

Gegen Tetanus oder Masern sollte indes jedermann geimpft sein. Darüber hinaus gibt es je nach Alter, Saison oder Region weitere Impfungen, die unbedingt empfehlenswert sind. Bei Fragen zu Impfungen können sich Patienten jederzeit an einen Apotheker ihres Vertrauen wenden, so Arnold. Viele haben sich auf eine Impfberatung spezialisiert und können so jederzeit beratend zur Seite stehen.