Magdeburg l Der „Graue und der Grüne Star“ zählen in Deutschland und vielen anderen Teilen der Welt zu den häufigsten Erkrankungen des Auges. Unzureichend behandelt, können diese Erkrankungen zur Erblindung führen. Die Ursachen, Krankheitsverläufe und Therapiemöglichkeiten der „Star-Erkrankungen“ sind sehr unterschiedlich, wie die beiden Augenärzte Professor Hagen Thieme und der leitende Oberarzt Dr. Thoralf Wecke vom Universitätsklinikum in ihren Vorträgen deutlich machten.

Um die Prozesse zu verstehen, die zu einem „Grünen Star“ (Glaukom) oder einem „Grauen Star“ (Katarakt) führen, erklärten die Ärzte mit Hilfe von Bildern und Videos die natürliche und krankhaft veränderte Anatomie der Augen. Nur selten ist ein Glaukom mit plötzlich auftretenden, akuten Schmerzen verbunden. Sie sind ein Notfall, der sofort von Ärzten behandelt werden muss. Häufiger im Alter und weniger riskant ist ein Glaukom, das schleichend und anfangs ohne erkennbare Symptome fortschreitet.

Ein Grund dafür kann ein verstopfter Abfluss für das natürlich vom Körper zur kontinuierlichen Reinigung des Sehorgans gebildete Augenwasser sein. Das gestaute Wasser bewirkt eine Augen-Druckerhöhung, die wiederum besonders empfindliche Nervenfasern absterben lässt. Die Folge ist, dass es zu einer meist schleichenden und schmerzlosen Einschränkung des Gesichtsfeldes kommt. Betroffene bemerken das im Frühstadium nicht.

Bilder

Nur durch Untersuchungen beim Augenarzt lässt sich diese Erkrankung frühzeitig erkennen. Ein einmal zerstörtes Nervengewebe im Auge kann bislang leider nicht durch neue, gesunde Zellen komplett ersetzt werden.

Getrübter Blick

Um die Augenschäden frühzeitig zu erkennen, empfehlen die Augenärzte deshalb einen Sehnerv-Check beim Augenarzt. Die Kosten für die nicht-invasive, schmerzlose Untersuchung übernehmen die meisten Krankenkassen bislang leider nicht. Kostenpunkt: etwa 20 Euro.

Eine andere häufige Augenerkrankung ist der „Graue Star“ (Katarakt). Unbehandelt führt auch er zu einem getrübten Blick und fortschreitenden Seheinbußen bis hin zur Erblindung. Die einzige erfolgversprechende Behandlungsmöglichkeit ist die Operation mit Augenlinsenersatz.

Die getrübte, natürliche Linse wird aus dem Auge entfernt und durch eine dünne Kunststofflinse ersetzt. Heute zählt diese Star-Operation in Deutschland und anderen Industrieländern zu den häufigsten medizinischen Eingriffen. Die Mediziner informierten über Neuentwicklungen, die eine schnellere Wundheilung, ein vermindertes Infektionsrisiko und eine schnellere Rehabilitation nach dem Eingriff ermöglichen.

Die Vorträge des Medizinischen Sonntags können im Internet angesehen werden. Der nächste Medizinische Sonntag findet am 22. Mai zum Thema Bluthochdruck statt.